lunedì, aprile 16, 2007

Mitte der Neunziger geschrieben

Seitdem ich wusste

von den Gedanken,

die heranreifen und verderben

in menschlichen Körpern,

Form annehmen

und farblos

der Normalität sich anpassen.

Seitdem ich erkannte,

das ewig Gleiche meines Tun,

Leiden und Weben

am Bild der Welt;

rote Fäden ziehen,

Lächeln

auf die Kreuze nageln.

Seitdem waren

alle Versuche

nur Spielerei,

Glück und Holz,

dass verbrannte

auf den Blättern,

die voll beschrieb und entwertete.

Seitdem vernarbten

die Wunden,

welche das Leben einschlug

und zersplitterte die Einheit

des Denken und des Handeln

und weinte ich

die Sinne dabei froh.

sabato, aprile 14, 2007

schreiben gegen den krieg



(zu überarbeiten)

Die Granaten haben
das Sterben
verlernt,
der Endsieg versickert
in Strömen aus Blut,
die Schlachtfelder
werden zu Gräbern
und verharrt
dem Befehlsstand
die Arroganz.

Die Detonationen haben
in der Schlacht genug gelitten,
restlos aufgebraucht
haben die Verwundeten
die ihre Todessehnsucht,
der beklagenswerte Rest
verendet
in den Mulden der Verwesung
und die Leben enden
im Irrsinn, dem Chaos.

Das Kanonenfutter
wird hungrig nach Frieden
und der Notstand wird ausgerufen,
auf dass alle taub vor Hass
zu werden haben,
auf dass die Fratze des Todes
zu weinen beginnt.

Zerfallen werden die Ruinen
und an den Grabsteinen
die Front zerbrechen,
zum Ende des Anderen,
des Feindes, des Bruders,
wie Divisionen aufgereiht,
zum Verrecken kampfbereit,
alle
dem gleichen Ende hinzu.

Die Splitter fliegen
nach zurück und nach vor,
die Hände reichen sich den Tod;
Brigade um Brigade fällt,
doch im Generalstab lächelt man,
des Feindes Reserven
verbluten im Niergendwo.

Genug
hat der Mensch
vom rohen Gemetzel,
dem sinnlosen Tod
und die Front,
die nicht gehalten werden kann
zerbricht
vor den vorrückenden Truppen,
die wie Termiten
alles zerfressen,
die wie Wespen
alles zerstechen.

Das Fleisch
wird
in aller Ruhe
auf die Reste der Soldaten
vom Tage zuvor,
unter einem Bombenteppich
zerfetzen
und der nächste Kamerad fällt,
der nächste Bruder zerbricht....

....sie haben die Kontrolle verloren...

giovedì, aprile 12, 2007

zu überarbeiten

Ich habe ein Stück Donau
heimlich und unbemerkt
in einer meiner Taschen
versteckt,
einige Stücke
unscheinbarer Gassen
in die Socken hineingestopft,
habe ein Stück
vom Ring und dem Gürtel
am Finger, der Hose
und auch ein Stück Leben
vom Vermischten der Völker,
der Asiaten, Europäer, Amerikaner
und Afrikaner,
alle so wie sie sind
und einer jeden, einem jedem
die seine Schnitte vom Glück.

Ich habe ein Stück Naschmarkt
im Gaumen,
ein Stück Prater
im Zucker,
ein Stück Kaffehaus
im Schatten,
habe ein Stück
von den Haltestationen,
den Gasthäusern, den Bädern,
den Clubs, den Gehsteigen,
den Spielplätzen
in meinem Blick
und ein Stück von jedem Bezirk,
den Gassen, den Straßen
und den Häusern
unter den Absätzen meiner Schuhe
versteckt.

Ich habe ein Stück
von den Friedhöfen, den Parks,
den Bims, den Bussen,
den Flaktürmen und Statuen,
ein Stück von den Wiesen,
den Märkten
und all dem
was ich vergessen habe
in meiner Erinnerung versteckt.

Ich habe ein Stück
von den Fabriken, den Theatern,
dem Museum und den Opernhäusern,
den Einkaufspassagen,
den Kinos, den Gärten
dem Herzen aufbewahrt
und auch ein Stück Leben
vom Drunter und Drüber
der Gespräche, dem Geflüster,
dem Geschrei und des Schweigen
der Großen, der Kleinen,
der Schmallen und Breiten,
alle so wie sie sind
und einer jeden, einem jeden
der seinen Welt,
die seine Schnitte vom Glück.


Am Ende
beginnen Menschen
leise für sich
zu singen,
fröhliches,
schlagen andere sich
an das Herz,
wartet die U-Bahn
auf einen,
klopft ein Beamter
als Zeichen der Wertschätzung
auf eine Hauswand,
schütteln die Kontrolleure
nur noch den Kopf
und haben am Ende
so einige
mich zu verstehen versucht,
wo man einen wie mich,
doch nicht verstehen kann.

Es braucht so wenig,
kleine Zeichen nur,
heimliche und unbemerkte;
des Respekt, der Liebe:

Ein Stück von mir für Wien,
ein Stück von Wien für mich.

mercoledì, aprile 11, 2007

Ingeborg Bachmann

„Ich glaube, dass bei keiner schriftstellerischen Hervorbringung soviel nachgedacht wird wie beim Gedichteschreiben“




(Es könnte viel bedeuten)

Es könnte viel bedeuten: wir vergehen
wir kommen ungefragt und müssen weichen.
Doch daß wir sprechen und uns nicht verstehen
und keinen Augenblick des andern Hand erreichen,


zerschlägt so viel: wir werden nicht bestehen.
Schon den Versuch bedrohen fremde Zeichen,
und das Verlangen, tief uns anzusehen,
durchtrennt ein Kreuz, uns einsam auszustreichen.

martedì, aprile 10, 2007

einem surrealistischen Ansatz folgend (V)

Die Worte lachen, die Träume tanzen,
die Schreie warten, die Ruhe versteht,
die Liebe flüstert, die Hoffnung liest,
der Glauben wärmt, die Freiheit verlangt,
der Schlaf weint, die Stille bastelt,
die Verzweiflung reagiert, das Kindliche schwärmt,
der Hunger schlägt, die Zeit schreibt,
die Gedanken reisen, die Gefühle arbeiten,
die Härte bezieht, das Elend betet,
der Verfall beschäftigt, die Kälte malt,
der Tod hört, das Schweigen geht,
der Lärm zerbricht, die Krankheit hasst,
die Einsamkeit trinkt
und das Leben gibt und nimmt.
einem surrealistischen Ansatz folgend (IV)

Die Schulterblätter fallen von den Knospen,
die Fingernägel beißen sich durch die Zähne,
die Kniescheiben drehen sich rückwärts,
der Blickwinkel verdreht die Tatsachen,
die Nasenspitze versenkt sich in die Trunkenheit,
die Fingerbreite verlängert die Fähigkeiten,
die Haare werden dornig,
wird holzig, steinig, wässrig,
wird lebendig
der Mensch.

lunedì, aprile 09, 2007

Wenn du vor mir stehst und mich ansiehst, was weißt du von den Schmerzen, die in mir sind und was weiß ich von deinen. Und wenn ich mich vor dir niederwerfen würde und weinen und erzählen, was wüßtest du von mir mehr als von der Hölle, wenn dir jemand erzählt, sie ist heiß und fürchterlich.

Franz Kafka (Brief an Oskar Pollak, 09.11.1903)

domenica, aprile 08, 2007

.....für l.....

Eine Schöne,
die der ihren Kraft
mit Zuneigung
die Hoffnung
belebt;
eine Sanfte
in ihrer Liebe lebend
und gebend.

Eine Glückliche,
die der ihren Schönheit
mit Leidenschaft
den Glauben
belebt;
eine Zarte
in ihrem Leben liebend
und nehmend.

Eine Gute,
die der ihren Wildheit
mit Zärtlichkeit
das Verlorene
belebt;
eine Sanfte
in ihrer Liebe lebend
und gebend.

sabato, aprile 07, 2007

Wenn ich nur etwas weniger
getrunken, gelebt,
etwas weniger
geraucht und geliebt
hätte,
nur ein etwas
von zu vielem,
zu wenig.

Wenn ich nur etwas weniger
gesehen, gespielt,
etwas weniger
gehört, vergessen
hätte,
nur ein etwas
von zu vielem,
zu viel.

venerdì, aprile 06, 2007

mein abschiedsgeschenk für die wiener......und sorry, ich habe leider keine nerven mehr (dass verwundert mich selbst am allerwenigsten)

......die letzten 7 tage geschrieben.....


Titel: Himmel und Hölle

A.
B.
Bi. Der Bildschirm
D. Der Diener
M. Ein verzweifelter Dämon namens Maldoror


I.I. In der Hölle.

A. und B. sitzen in einem Sofa und vor ihnen ein großer Bildschirm.
A. und B. zappen sich durch eine Programmauswahl.
Das Programm besteht aus menschlichen Leben.
6 Milliarden Programme.
A. und B. haben jeweils eine Fernbedienung.
A. und B. langweilen sich.


A.: Nicht schon wieder die Blonde
B.: Doch!
A.: Die Blonde ist doch verrückt
B.: So wie sie sich verhält....sicherlich
A.: Ich schalte weiter?
A. wechselt den Kanal. Beide blicken in den Bildschirm.
B.: Jetzt schalte ich weiter
A. drückt die Stop-Taste.
B.: Was ist?
A.: Hast du die Frau im Hintergrund entdeckt?
B.: Klar
A.: Schalte zu ihr um
B.: Gleich
A.: Jetzt (und drückt einen Schalter auf der Fernbedienung)
B.: Nein (und drückt einen Schalter auf der Fernbedienung)
A.: Was ist denn?
B.: Der Mann ist interessant
Beide verfolgen das Geschehen auf dem Bildschirm.
A.: Der ist schon in der Hölle
B.: Bevor er überhaupt gestorben ist
A.: Bei uns hat es immerhin den Tod gebraucht
B.: Immerhin?
A.: Ein schwacher Trost
A.: Zeige mir seine Zukunft?
B.: Warte, dass ist doch die Frau von zuvor
A.: Ja
A.: Sie verlieben sich
B.: Dass wird sein Ende sein
A.: Sei nicht so vorverurteilend
B.: In der Hölle gibt es nur Vorurteile
A.: Bei dir schon
B.: Und?
A. und B. verfolgen das Geschehen auf dem Bildschirm.
A.: Bis jetzt läuft alles gut
B.: Zu wenig Körperliches
A.: Dass ist Liebe, kein Porno
B.: Ein Sozialporno?
A.: Ohne Höhepunkte
A.: Keine Blondinnen?
B.: Reduziere mich nicht immer auf diese Blondinnen
A.: Jetzt küsst sie ihn
B. drückt die Stop-Taste auf der Fernbedienung und die Sequenz friert mit dem küssenden Paar ein.
A.: Einen Drink?
B.: Gerne
A. geht zu einem Regal, nimmt eine Flasche und zwei Gläser heraus, kehrt zurück, schenkt ein und beide trinken.
A.: Auf die Liebe
B.: Auf die Liebe
A.: Und wie wird es weitergehen?
B.: Sie werden heiraten, unglücklich, Kinder, Nervenzusammenbrüche, Senilität, Alzheimer und der Tod
A.: Sehr optimistisch?
B.: Nur realistisch
A.: Pessimistisch
B.: Ehekrise, Streit, Scheidung, Selbstmord, Erbschaftsstreit
A.: Noch einen Drink?
B.: Gerne
A. schenkt ein und beide trinken.
A.: Auf die Hölle
B.: Auf die Hölle
A.: Und weiter?
B.: Weiter!
A. und B. verfolgen das Geschehen auf dem Bildschirm.
B.: Was ist jetzt?
A.: Da geschieht etwas
B.: Was?
A.: Etwas zurück gehen......weiter......stop!
B.: Jetzt!
A.: Habe ich dass richtig gehört?
B.: Kann man falsch hören?
A.: Man kann alles
B.: Und doch nur nichts
A.: Die wollen sich töten
B.: Gemeinsam
A.: Von der Klippe
B.: In das stürmische Meer
A.: Den tosenden Fluten
B.: Sterben....
A.: ....des Liebes Todes
B.: Sehen wir uns die Frau näher an?
B. wechselt den Kanal und beide schauen sich das Leben der Frau an.
Bereits nach wenigen Minuten stoppt A. die Sequenz.
A.: Dass ist ja schrecklich
B.: Atemberaubend
A.: Noch einen Drink?
B.: Gerne
A.: Und eine Zigarre?
B.: Kannst du Gedanken lesen?
A.: Nur meine eigenen
A. schenkt ein und beide trinken. Beide zünden sich jeweils eine Zigarre an.
A. und B. verfolgen das Geschehen auf dem Bildschirm.
A.: Eine schöne, tragische Liebesgeschichte
B.: Vielleicht ist ja die Tragik das Schöne?
A.: Ansichtssache
B.: Meinungsbildung
A.: Probleme?
B.: Nur mit Frauen
A.: Schauen wir uns die Sequenz nochmals an?
B.: Ja
Beide schauen sich die Sequenz an, bis diese an der Klippe mit einem geschwärzten Bild endet.
A.: Was ist denn jetzt?
B.: Keine Ahnung
A. und B. versuchen mit der Fernsteuerung das Problem zu beheben.
B.: Schalte mal den Zeitraffer ein
A.: Ja
A. schaltet den Zeitraffer ein...….das Kennenlernen, der erste Kuss, die Klippe und dann das geschwärzte Bild.
A.: Scheint nicht zu funktionieren?
B.: Dass war noch nie der Fall
A.: Es gibt immer ein erstes Mal
A.: Aber doch nicht in der Hölle
A.: Ein Drink?
B.: Warum fragst du?
A. schenkt ein und beide trinken.
A.: Auf den Bildschirm
B.: Auf den Bildschirm
A.: Und jetzt?
B. drückt einen Schalter auf der Fernbedienung.
B.: Bildschirm, was ist los?
Bi.: Keine Informationen verfügbar
B.: Wie geht es mit den Beiden weiter?
Bi.: Keine Informationen verfügbar
B.: Warum ist ein geschwärztes Bild an der Klippe?
Bi: Keine Informationen verfügbar
A.: Lasse es bleiben
B.: Der Diener?
A.: Der kocht das Mittagessen
B.: Wir sollten ihn nicht stören
A.: Mit der störenden Sequenz
B.: Das verstört ihn
A.: Warte…..ich rufe einen Techniker an
A. steht von dem Sofa auf und kommt mit einem Telefon zurück, setzt sich wieder in die Coach und wählt die Nummer eines Technikers.
A.: Hier A…….ja, der Bildschirm funktioniert nicht….wie unmöglich….kann nicht sein….noch nie passiert….wir haben hier aber eine Sequenz, die funktioniert nicht …..ja sicher….funktioniert nicht….ob wir Drogen genommen haben….nein….was soll dass…..getrunken…..was hat denn dass mit dem Bildschirm zu tun......nein……ja, ich verstehe
A. beendet das Gespräch.
A.: Und?
B.: Der Techniker sagt, es ist unmöglich, dass der Bildschirm nicht funktioniert….ist noch nie vorgekommen
A.: Schauen wir uns die beiden Leben nochmals an?
B.: Ja
A. und B. schauen sich die beiden Leben nochmals an.
A.: Sobald sie an der Klippe sind, ist bei Beiden ein geschwärztes Bild
B.: Also nicht nur ein Fehler, denn deren zwei
A.: Zwei Fehler im System
B.: Zwei Fehler im System
A.: Zwei Drinks?
B. blickt A. vorwurfsvoll an.
A. schenkt ein und beide trinken.
A.: Auf die Fehler im System
B.: Auf die Fehler im System
B.: Wir sollten weniger trinken
A.: Und ansonsten?
B.: Ich weiß nicht?
A.: Abwarten?
B.: Wo bleibt das Mittagessen?
A.: Nicht so laut
B.: Verstehe, der Neurotiker
A.: Er ist depressiv
B.: Und trinkt zuviel
A.: Dass hat er wohl von uns?
B.: Wir sollten ihn nicht zusätzlich verärgern
A.: Ja, dass sollten wir vermeiden
B.: Und was jetzt?
A.: Ich habe eine Idee
B.: Nein
A.: Doch
B.: Die Hölle anzünden?
A.: Die brennt doch schon
B.: Was?
A.: Wir retten die Beiden
B.: Wie denn?
A.: Wir hauen hier ab
B.: Und das Mittagessen?
A.: Schleichen uns auf die Erde zurück und retten die Beiden
B.: Was?
A.: Wir retten diese beiden Menschenleben
B.: Aber warum sollten wir?
A.: Es gibt keinen Grund dafür
B.: Keinen Grund?
A.: Dass ist ja das Schöne daran!
B.: Und wie kommen wir aus der Hölle hinaus?
A.: Über die Tür
B.: Welche Tür?
A.: Dort drüben
Beide blicken zur Tür.
B.: Du weißt was sich dahinter befindet?
A.: Ich weiß es
B.: Der Himmel
A.: Genau
B.: Ich möchte aber lieber weiterzappen, weitertrinken, weiter und so weiter, weiter den Tod genießen
A.: Was ist los B.? Angst vor dem Himmel?
B.: Du kennst die Geschichten über den Himmel
A.: Ich kenne diese
B.: Jungfrauen, Langeweile, Lichtallergien, gute Taten, Liebe, Freude, Hoffnung
A.: Schrecklich!
B.: Engel, Stille, Kinder, Gute, Güte, Mitgefühl
Beide schweigen kurz betreten.
A.: Es gibt keinen anderen Weg zurück auf die Erde?
B.: Keinen
A.: Dann haben wir keine andere Wahl
B.: Es könnte gefährlich werden
A.: Wir sollten unseren Diener informieren?
B.: Ihn verärgern?
A.: Ihn verstören?
B.: Besser er erfährt nicht, dass wir abgehauen sind
A.: Stimmt
B.: Einen Drink?
A.: Zwei!
B. schenkt ein und beide trinken. B. schenkt ein und beide trinken.
B.: Auf den Himmel
A.: Auf den Himmel
A. und B. stehen auf.
A.: Dann starten wir?
B.: Wir starten
B.: Zwei Menschenleben zu retten
B.: Wenigstens was Sinnloses
A.: Vergebliches
B.: Dann los
A. und B. gehen zur Tür und bleiben vor dieser stehen.
B.: Sind wir sicher?
A.: Ich schon
B.: Was ist mit der Blonden?
A.: Was soll denn mit der Blonden sein?
B.: Warum retten wir nicht sie?
A.: Weil....weil.....weil wir uns nun einmal dazu entschlossen haben, diese beiden Anderen zu retten
B.: Und danach retten wir die Blonde?
A.: Nun gut, dann retten wir danach die Blonde
B.: Vor was retten wir denn die Blonde?
A.: Vor sich selbst natürlich!
B. öffnet die Tür und beide gehen durch diese hindurch

Kurze Zeit später betritt der Diener den Raum und blickt auf den Bildschirm.
D.: Diese sinnlosen, langweiligen, endlichen, vergeblichen menschlichen Leben
Der Diener schaltet mit einer Fernbedienung den Bildschirm aus.
D. Das Mittagessen ist fertig….Passierte Kinderleber mit Gitterpommes…..A.?!.......B.!?......(sich umblickend) wo sind die beiden Spinner?

Der Diener nimmt das Telefon und benutzt dieses.

D.: Der Diener hier. ……ja……A. und B. sind verschwunden…..schon wieder, ja…..ich soll sie suchen…..ja, wo denn…..was......ich….nein……auf keinen Fall…..niemals…..nein, alles nur dass nicht…..nein….warum ich…..in den Himmel…..ich…...ich möchte aber hierbleiben…..hier….was ist mit meinen heißen Bräuten……nein…..jetzt gleich…..warum ich…..nein.....über den Himmel zurück auf die Erde…..schrecklich…..wie kommen die Beiden denn auf solche Ideen…..wissen sie auch nicht……nun gut.….aber das letzte Mal.….das allerletzte Mal…..ja Chef…..ich bin Maldoror ……ich weiß…..ich verdanke dir nichts…..ich werde den Beiden folgen…….die Mächte der Finsternis und des Lichtes…..das Übliche eben.....ja, ich verstehe......ich melde mich
Maldoror beendet das Gespräch.
M.: Warum ich? Warum nur immer ich?
Maldoror greift sich die Flasche und nimmt einen Schluck aus dieser.
M.: Warum immer ich....nun gut.....ein Verdammter dem Himmel…..es kann wohl nie genug Strafe sein......ein Dämon im Paradies.....es geht abwärts mit der Hölle..…nie genug Strafe!

Widerwillig geht Maldoror mit der Flasche in der Hand zur Tür und durch diese hindurch.


I.II Auf der Erde

Beatrice (B.) Frau von Holger
Holger (H.) Mann von Beatrice
Esra (Es.) Die Bedienstete im Haus
Elle (E.) Der Hausmeister im Haus


Zur gleichen Zeit fern von der Hölle auf einem bewohnten Planeten namens Erde.
Im mondänen Wohnzimmer eines mondänen Landhaus.

B.: Ich liebe das Leben
H.: Du solltest deine Tabletten nehmen
B.: An so einem schönen Tag….nein
H.: Dann wird dein Tag noch schöner
B.: Mein Tag?
H.: Jeder Tag ist dein Tag
B.: Sei nicht so kalt
H.: Nicht so kalt wie deine Liebhaber
B.: Sei still
H.: Schweigen ist also doch Gold
B.: Und das Schicksal unbarmherzig
H.: Frisch gestärkt ans Herz
B.: Hast du denn eines?
H.: Seitdem ich dich kenne….nein
B.: Dafür hast du dann meines gebrochen
H.: Wie denn?
B.: Gib mir die Medikamentenpackung
Holger reicht Beatrice die Medikamentenpackung.
Beatrice nimmt eine Tablette mit einem Drink zu sich.
H.: Und besser?
B.: Nichts wird mehr besser
H.: Nur das Beste ist schlecht genug für dich
B.: Für deinen Reichtum kann ich nun wirklich nichts
H.: Wann ist eigentlich deine Liebe für mich gestorben?
B.: Die lebt….nur jene für dich ist nie geboren worden
H.: Deine romantische Ader?
B.: Schenk mir einen Kuss
Holger küsst Beatrice auf die Wange.
H.: Liebste
B.: Allerliebster
H.: Ich muss dann etwas tun von dem du leider keine Ahnung hast
B.: Lieben?
H.: Arbeiten
B.: Ach so
H.: Für dich, deine Launen und deine Liebhaber Geld verdienen
B.: Dafür habe ich dich geheiratet
H.: Einen schönen Tag dir
B.: Dir auch

Holger verlässt das Wohnzimmer.

B.: Endlich
Beatrice geht zum Schrank, nimmt eine neue Flasche heraus, setzt sich in die Coach und trinkt in schneller Abfolge zwei Drinks.
B.: Jetzt entfalten die Tabletten wenigstens ihre Wirkung

Beatrice geht zum Sofa, schaltet den Fernseher ein und schaltet sich gelangweilt durch die Kanäle. Nach kurzer Zeit hat sie genug davon, schaltet den Fernseher aus und genehmigt sich noch einen Drink.
B.: Esra……Esra!.....Esra!!!
Esra betretet das Wohnzimmer.
Es.: Frau Beatrice?
B.: Esra
Es.: Ja?
B.: Komme näher
Esra bewegt sich zu Beatrice hin.
B.: Wie geht es ihnen und ihren Mann?......Eurer Ehe?
Es.: Gut
B.: Und?
Es.: Diese Woche haben wir uns dazu entschlossen keine Kinder zu bekommen, zu zweit zu verbleiben
B.: Keine Kinder?
Es.: Keine
B.: Ich will auch keine Kinder
Es.: Sie haben davon erzählt
B.: Meine Nerven
Es.: Ansonsten....mein Mann wird sich eine neue Arbeit suchen
B.: Wo hat er gearbeitet?
Es.: Hier
B.: Der Hausmeister?
Es.: Ja
B.: Tut mir leid
Es.: Mittlerweile tut es nur noch ihm leid
B.: Ich wollte dass nicht
Es.: Ich weiß
B.: Ein unverzeihlicher Fehler
Es.: Machen sie sich keine Vorwürfe
B.: Unverzeihlich
B.(zur Flasche greifend): Wollen sie auch?
Es.: Danke nein
Beatrice genehmigt sich einen Drink.
B.: Was ist mit dem Hausmeister?
Es.: Gar nichts Frau Beatrice
B.: Dann kann ich ja beruhigt sein
Es.: Es arbeitet ein neuer Hausmeister im Haus
B.: Ohne mich zu fragen
Es.: Wie bitte?
B.: Was?
Es.: Er arbeitet schon hier
B.: Er arbeitet schon hier!
Es.: Soll ich ihn zu ihnen bringen?
Beatrice blickt Esra an und genehmigt sich einen Drink.
Es.: Frau Beatrice?
B.: Wer ist er?
Es.: Ein Nordländer namens Elle, 38 Jahre jung, ruhig und abgeklärt, fleißig und pünktlich...... erinnert mich irgendwie an den alten Hausmeister
B.: Wen?
Es.: Niemanden
B.: Seit wann?
Es.: Seit einigen Tagen
B.: Spricht er unsere Sprache?
Es.: Ja
B.: Bringen sie ihn bitte zu mir Esra
Es.: Ja Frau Beatrice

Esra verläßt das Wohnzimmer.
Beatrice nimmt eine Tablette und spült diese mit einem weiteren Drink hinunter.
B.: Beschissenes Leben.....ich bin wirklich die Letzte.....die Allerletzte......arme Esra....ihren Mann die Hörner abzustoßen.....der wievielte Hausmeister.....die Hölle bin ich....ich bin wirklich die Letzte.....die Allerletzte

Beatrice nimmt noch einen Drink zu sich.

Esra und Elle betreten das Wohnzimmer.
Es.: Frau Beatrice, der neue Hausmeister Elle
E. Herzlich willkommen in unserer bescheidenen Behausung
E.: Danke Frau Beatrice
B.: Lassen sie uns alleine Esra
Es.: Ja Frau Beatrice
Esra verlässt den Raum.
B.: Einen Drink?
E.: Ich arbeite
B.: Genau deshalb
Beatrice schenkt zwei Drinks ein.
B.: Hier
E.: Danke Frau Beatrice
Beide trinken.
B.: Und nennen sie mich Bea
E.: Ja, Frau Bea
B.: Und lassen sie das Frau weg
E.: Werde ich in Zukunft weglassen
B.: Woher kommen sie?
E.: Aus dem Norden
B.: Die Familie?
E.: Meine Frau ist tot
B.: Wie hat sie geheißen?
E.: Freya
B: Wie ist sie gestorben?
E.: Eine Krankheit....aber
B.: Aber?
E.: Sie ist bei mir, beschützt und wartet auf mich
B.: Ein Geist?
E.: Immer an meiner Seite
B.: Noch einen Drink?
E.: Nein, danke
Beatrice genehmigt sich noch einen Drink.
B.: Setzen sie sich zu mir
Elle setzt sich zu Beatrice.
B.: Warum hat mir mein Mann wohl nichts von ihnen erzählt?
E.: Ich weiß nicht
B.: Erzählen sie mir von dem Geist
E.: Sie spricht nie, setzt die ihren Zeichen in die Formen die uns umgeben und warnt und wärmt mich, der Gefahr und der Kälte, nur der Hauch des Todes trennt uns und im Geiste sind wir eins, immerzu und für ewig
B.: Warum spricht sie nicht?
E.: Ohne sie wäre ich schon tot
B.: Wie spüren sie ihre Anwesenheit?
E.. In jeder Sekunde dieser Welt, jedem Atemzug jedlichem Geschöpfes, jeder Pore meines Körpers spüre ich sie
B.: So wie ich jene des Todes
E.: Wie bitte?
B.: Nichts.....sie müssen mir helfen Elle
E.: Wie ich?
B.: Ich werde sie darüber noch aufklären
E.: Ich werde ihnen so weit es mir möglich ist helfen
B.: Arbeiten sie sich erstmal ein und dann kläre ich sie auf
E.: Danke für ihr Vertrauen
B.: Danke für Ihres
E.: Sie sind ein attraktiver junger Mann
E.: Danke
B.: Sie sollten sich selber mal ansehen
E.: Dass werde ich machen

Beatrice küsst Elle auf die Wange.

B.: Ich muss dann zur Therapie.....einen schönen Tag
E.(verstört): Ihnen auch einen schönen Tag

Beatrice verlässt das Wohnzimmer.
Esra betretet kurz darauf das Wohnzimmer.

Es.: Und?
E.: Sie trinkt zuviel
Es.: Die hat sie nicht mehr alle
E.: Sie ist nett
Es.: Sie fickt mit jedem Mann, außer mit ihren Mann
E.: Dann bin ich wohl der Nächste
Es.: Aber zuerst ich
E.: Der arme Geist

Esra fällt über Elle her und beide verfallen hinter dem Sofa einem Liebesrausch.

I. III Bei der Klippe

Fania (F.) Ein gefallener Engel
Tristan (T.) Der Anführer der Engelräuber
Lena (L.) Ein ewiges Kind

Fania steht an einer Klippe, setzt sich dann auf diese und blickt auf das stürmische Meer hinaus.
Tristan kommt zu Fania hin.


T.: Hallo Fania
F.: Hallo Tristan
T.: Schön hier
F.: Einer meiner Lieblingsplätze
T.: Kann ich verstehen.....darf ich?
F.. Ja

Tristan setzt sich neben Fania auf die Klippe.

T.: Hast du dich zur Rückkehr entschlossen?
F.: Nein
T.: Noch nicht?
F.: Es ist der Schmerz......das Lachen schweigt, die Tränen träumen
T.: Nur du lachst und schläfst nicht
F.: Seit Krasimira nicht mehr
T.: Sie ist tot
F.: So wie ich
T.: Du musst ihm verzeihen
F.: Wie sollte das möglich sein?
T.: Das Schicksal hat dich betrogen
F.: Meine Liebe gestohlen
T.: Vergiss die Menschenfrau
F.: Wie?

Beide schweigen und blicken auf das stürmische Meer.
T.: Was fühlst du?
F.: Veränderung
T.: Die meinen Engelräuber kommen dir näher
F.: So wie du
T.: Du weißt
F.: Du verrätst mich nicht, legst falsche Fährten, lenkst die anderen Engelräuber ab......du beschützt mich...aber wie lange noch?
T.: Nicht mehr lange...du solltest in den Himmel zurückkehren....alleine, freiwillig, aus freien Willen
F.: Und dann?
T.: Hat die Angelegenheit zumindest ein vorläufiges Ende
F. Ich weiß nicht
T.: Ich weiß.......auf was wartest du?
F.: Ich muss mit dem schweigendem Lachen, den träumenden Tränen fertig werden
T.: Des Menschen Schicksalslos akzeptieren
F.: Vielleicht gibt es dann einen Frieden für mich?
T.: Es gibt keinen
F. (das erste Mal zu Tristan blickend): Dass weiß ich doch auch

Beide schweigen und blicken auf das stürmische Meer.
T.: Lasse dich umarmen
Tristan umarmt Fania und steht dann auf.
T.: Deine irdische Zeit läuft ab
F.: Ich werde mich beeilen
T.: Ich werde die Engelräuber nicht mehr lange hinhalten können
F.: Halte sie hin
T.: Beeile dich!
F.: Ich stehe in deiner Schuld
T.: So wie ich in deiner
F.: Passe auf dich auf
T.: Du auch
Tristan geht von der Klippe hinweg.

Nach einiger Zeit kommt Lena zu Fania hin.

F.: Hallo Lena
L.: Hallo Fania
L.: Darf ich?
F.: Warum fragst du?
L.: Ich stelle gerne Fragen

Lena setzt sich neben Fania auf die Klippe.

L.: Was denkst du?
F.: Ich möchte nichts mehr spüren, nichts mehr fühlen
L.: Warum?
F.: Ich wünsche mir den Tod
L.: Engel sterben nicht
F.: Aber vielleicht bin ich schon tot
L.: Was spürst, was fühlst du?
F.: Ich spüre und fühle zuviel und alles, die Sehnsüchte der Liebe in Gedanken und alles und zuviel
L.: Die Sehnsüchte der Liebe in Gedanken?
F.: Was ist mit dir?
L.: Ich war nur kurz im Himmel
F.: Und?
L.: Ich habe dort zwei Spinner getroffen.....zwei Höllenmenschen
F.: Im Himmel?
L.: Die wollen zurück zur Erde, zwei Menschenleben retten.......und eine Blondine
F.: Zwei Spinner
L.: Genau
F.: Dass mit der Blondine verstehe ich, aber zwei Menschenleben?
L.: Die spinnen
F.: Wie die Franzosen?
L.: Wie eigentlich alle hier
F.: Wie alle hier
Beide schweigen und blicken auf das stürmische Meer.
L.: Warum bist du traurig?
F.: Die Erinnerung
L.: Die Menschenfrau?
F.: Keiner kann mir mehr helfen
L.: Krasimira?
F.: Es gibt Engel, die werden zu Menschen und es gibt Menschen die werden zu Engel
L.: Du musst ihm verzeihen
F.: Niemals
L.: Fania!

Beide verharren schweigend und blicken auf das stürmische Meer.

L.: Das Meer
F.: Ja.....das Meer
L.: Wie geht es mit uns weiter Fania?
F.: Lasse dich umarmen Lena
Fania und Lena umarmen sich.
L.: Noch eine Frage
F.: Jetzt nicht

Beide verbleiben schweigend und blicken auf das stürmische Meer.


II.I Auf der Erde

Beatrice (B.) Die Frau von Holger
Holger (H.) Der Mann von Beatrice
Esra (Es.) Die Bedienstete im Haus
Elle (E.) Der Hausmeister


Im mondänen Wohnzimmer eines mondänen Landhaus.

Ein tobsüchtiger Holger, eine betrunkene Beatrice.....

H.: Ich habe eine Hure geheiratet
B.: Und ich einen Verrückten
H.: Warum hat das Schicksal mich mit dir bestraft?
B.: Schlecht gelaunt?
H.: Gibt es eigentlich einen Mann mit dem du nicht im Bett warst?
B.: Ja, bei dir hätte ich es mir wohl zweimal überlegen sollen
H.: Zweimal, du denkst ja nicht mal einmal
B.: Wenigstens kann ich dafür fühlen
Beatrice genehmigt sich einen Drink.
H.: Und trinken wie ein Russe
B.: Hole mir eine neue Flasche
H.: So kann es doch nicht weitergehen
B.: Bei mir schon......bei dir, da hilft wohl nur noch der Tod
H.: Nimmst du deine Tabletten?
B.: Könnte ich ansonsten so jemanden wie dich auch nur eine Sekunde ertragen
H.: Dann verdopple am Besten die Dosis
B.: Da bleibt mir wohl keine andere Wahl
Holger blickt Beatrice wütend an.
H.: Esra!!!
Esra betretet das Wohnzimmer.
Es.: Herr Holger
H.: Esra, eine Flasche für die Flasche

Esra verlässt das Wohnzimmer und kehrt mit einer Flasche zurück.
Esra stellt diese vor Beatrice ab.
Beatrice genehmigt sich einen Drink.

H.: Wo ist der Hausmeister?
E.: Ich weiß nicht wo er ist?
H.: Er ist heute nicht zur Arbeit erschienen?
E.: Nein, ist er nicht
H.: Seit wann arbeitet er jetzt hier?
Es.: Seit fünf Monaten
H.: Und bisher war er immer pünktlich?
Es.: Immer
H.: Kaum reicht man einem die Hand
B.: Dir reicht aber niemand die Hand
H.: Und schon hat man keinen Verstand
B.: Vielleicht ist er krank?
H.: Ja, ihr macht mich alle krank

Holger verlässt wütend das Wohnzimmer.
Beatrice genehmigt sich einen Drink.


B.: Esra?
Es.: Ja, Frau Beatrice
B.: Die Tabletten
Es.: Einen Moment
Esra verlässt das Wohnzimmer und kommt mit einer Medikamentenpackung zurück.
Es.: Hier Frau Beatrice
B.: Danke
Es.: Brauchen sie mich noch?
B.: Was soll ich nur machen?
E.: Am besten ist wohl, sie nehmen ihre Tabletten
B.: Dass wird wohl das Beste sein

Beatrice nimmt eine Tablette mit einem Drink zu sich.

B.: Wo ist der Hausmeister?
E.: Ich werde versuchen ihn telefonisch zu erreichen
B.: Ja machen sie dass und sagen sie ihm, dass ich auf ihn warte und lassen sie mich jetzt alleine
E.: Ja, Frau Beatrice

Esra verlässt das Wohnzimmer.
Esra genehmigt sich noch einen Drink.

Etwas später betretet Elle durch die Gartentür das Wohnzimmer.

B.: Elle
E.: Bea
Beide umarmen sich.
B.: Elle
E.: Bea
B.: Dann liebst du mich also auch
E.: Eine Frau wie dich kann man nur lieben
B.: Du redest den gleichen Dreck wie alle anderen
E.: Zu recht
B.: Was sagt der Geist über mich?
E.: Der Geist spricht nicht
B.: In welche Formen legt er sich?
E.: In weiche, sanfte Formen kristallklarer Augenblicke
B.: Einen Drink?
E.: Jetzt nicht
B.: Du erinnerst dich an unser Gespräch
E.: Ich erinnere mich
B.: Ich möchte und werde sterben
E.: Ich weiß
B.: Und du wirst mir dabei helfen?
E.: Ich werde nicht zögern
B.: Mit mir möchtest du sterben?
E.: Ich habe dem Irdischen nichts mehr verloren
B.: Sicher?
E.: So sicher wie ich dich liebe
B.: Dann lasse es uns tun
E.: Hand in Hand in den Tod
B.: Von der Klippe
E.: Von der Klippe
B.: Morgen um sieben
E.: Ja
B.: Deine Frau wird nicht mehr warten
E.: Ihr Geist den Frieden finden
B.. Und ich von meinem Schicksal erlöst
E.: Dein Leiden ein Ende finden

Beatrice nimmt noch eine Tablette mit einem Drink.
Beatrice küsst Elle auf die Wange und verlässt das Wohnzimmer.
Esra betretet das Wohnzimmer

Es.: Elle
Es.: Esra
Beide umarmen sich.
Es.: Wo warst du?
E.: Ich habe für Beatrice eine Aufgabe erledigt
Es.: Die Verrückte
E.: Nenne sie nicht so
Es.: In Ordnung
E.: Du bist schon wieder heiß?
Es.: So heiß
E.: Na dann

Esra fällt über Elle her und beide verfallen hinter dem Sofa einem Liebesrausch.


II.II Im Himmel

A.
B.
Die Moralisten (Mo.) Die Moralisten
Lena (L.) Ein ewiges Kind
Der Mann mit dem seltsamen Namen (S.) Der seltsame Mann mit dem seltsamen Namen
Maldoror (M.) Ein depressiver Dämon


Verschreckt und mit betretener Miene schleichen A. und B. auf der Suche nach der Tür zur Erde im Himmel herum.

A.: Kalt ist es hier
B.: So friedlich
A.: Entspannt
B.: Hoffnungsfroh
A.: Wohl blond?
B.. Lasse uns die Tür so schnell wie möglich finden
Beide schleichen verängstigt herum.
A.: Hast du schon darüber nachgedacht?
B.: Über was?
A.: Dass wir Illegale im Himmel sind
B.: Dafür kommen wir sicher in die Hölle
A.: Aber wir kommen doch aus der Hölle
B.: Wer sagt dass?
A.: Die Umstände
B.: Ich verstehe
A. und B. lachen.
A.: Dass Lachen wird uns schon noch vergehen
B.: Eher als wir laufen
A.: Wir wollen keine Aufenthaltsgenehmigung für den Himmel
B.: Genau!
A.: Wir sollten uns beeilen
B.: Von hier verschwinden
A.: So schnell wie Höllen-möglich
Beide schleichen herum.
A.: Was ist denn dass?
B.: Was?
A.: Dort drüben

A. und B. blicken zu einer Gruppe von frierenden, lächelnden Menschen.
Sie scheinen auf etwas zu hoffen.

A.: Und?
B.. Dass sind die Moralisten
A.: Oh mein Gott
B.: Welcher Gott?
A.: Jener
B.: Dort....eine blonde Moralistin
A.: Sollten die nicht alle in der Hölle sein
B.: Dass sollten sie
A.: Gut, dass sie hier sind
B.: Lass uns von hier so schnell wie möglich verschwinden
Beide schleichen zitternd weiter.
A.: Warum hast du die Flasche nicht mitgenommen?
B.: Hättest auch du daran denken können
A.: Ich denke doch schon für zwei
B.: Für zwei Drinks?
A.: Nein, für zwei Flaschen
B.: Dort drüben
A.: Das Mädchen?
B.: Ja
A.: Fragen wir sie nach dem Weg

A. und B. gehen zu dem Mädchen hin.
A.: Kind?
L.: Ja
A.: Kind, darf man nach deinen Namen fragen?
L.: Wer seid ihr?
A.: Ich bin A. und dass ist B.. Wir kommen aus der Hölle und....
L.: Aus der Hölle?
B.: Ja
L.: Und was macht ihr hier im Himmel?
A.: Das ist eine lange Geschichte
L.: Ich habe Zeit
B.: Wir wollen zwei Menschenleben retten......und eine Blondine
L.: Zwei Menschenleben......und eine Blondine.....hier im Himmel?
A.: Nein, auf der Erde
B.: Diesen einen Planeten
L.: Ich kenne die Erde
A.: Genau
L.: Ich bin übrigens kein Kind
B.: Also Kein-Kind, kannst du uns sagen.....
L.: Ich bin kein Kein-Kind, ich bin eine Dame
A.: Also kein Kein-Kind, denn die Dame
L.: Lena
B.: Erwachsene Frau Dame Lena
L.: Genau
B.: Also erwachsene Frau, Dame Lena, wissen sie, wo wir die Tür zur Erde finden
L.: Nein
A. blickt zu B. und dann wieder zu Lena.
L.: Was fehlt denn den zwei Menschen......und der Blondine?
B.: Also der Blondine fehlt eigentlich nichts
A.: Die fehlt nur B.
B.: Die hat was!
A.: Die zwei Menschen wollen den Liebestod sterben
L.: Den Liebestod....und was habt ihr damit zu tun?
A.: Eigentlich nichts
B.: Vielleicht weniger
L.: Ich verstehe dass nicht
A.: Ich auch nicht
B.: Wir möchten sie retten
L.: Die Blondine?
A.: Du bist ja wirklich kein Kind?
L.: Ich bin eine Dame
A.: Können sie uns also helfen Dame Lena?
L.: Der seltsame Mann mit dem seltsamen Namen hat die Schlüssel für alle Türen hier.....hat so einen seltsamen Namen, kann ich mir nie merken, fragt ihn.
A.: Der mit den grauen Haaren
L.: Genau
B.: Wo finden wir ihn?
L.: Dort drüben
Lena deutet mit den Fingern auf eine seltsamen Mann in der Nähe.
A.: Vielen Dank
B.: Dankeschön
A. und B. gehen weiter.
L.: Die spinnen
Lena geht durch die zweite Tür links.

A. und B. gelangen zu dem seltsamen Mann mit dem seltsamen Namen.
A.: Der sieht aber seltsam aus
B.: Fragen wir ihn
A.: Entschuldigen sie
B.: Für was möchtest du dich denn entschuldigen?
A.: Seltsamer Mann mit dem seltsamen Namen
S.(sich ihnen zuwendend): Ja!
A. und B. blicken schreckensstarr auf den seltsamen Mann.
S.: Was ist?
B.: Entschuldigen sie die Störung, wir gehen besser wieder, entschuldigung
A.: Entschuldigung
S.: Wartet
A. und B. erstarren.
S.: Einen Drink?
B.(mit zittriger Stimme): Gerne
S. öffnet eine Flasche und schenkt ein.
S.: Auf die Hölle
B.: Auf die Hölle
A.: Auf die Hölle
Alle drei trinken.
S.: Noch einen?
A.: Gerne
Alle drei trinken.
S.: Was möchtet ihr beiden Spinner hier?
B.: Die Tür...die Tür zur Erde finden
S.: Warum?
A.: Zwei Menschenleben zu retten
S.: Die Menschen kann man nicht retten
B.: Gerade deshalb
A.: Den Liebestod verhindern
S.: So ein Irrsinn
A.: Und eine Blondine
S.: Eine Blondine?
A.: Ja, eine Blondine retten wir auch
S.: Ja dann, die dritte Tür rechts, aber zuerst trinken wir noch einen
Alle drei trinken.
S.: Alles Gute
B.: Entschuldigung
A.: Entschuldigung

A. und B. gehen zu der dritten Tür rechts und durch diese hindurch.

Kurze Zeit später kommt Maldoror im Himmel an und nimmt als erstes einen Schluck aus der Flasche.

M.: Oh beim Teufel.....Schlimmer kann es nun wirklich nicht mehr werden

Maldoror spaziert herum und erblickt die Moralisten.

M.: Nicht auch dass noch......tragisch......es geht also auch noch schlimmer als schlimm, schlimmstens....tragisch
Maldoror geht widerwillig zu den Moralisten hin.
M.: Hallo
Mo.: Hallo
M.: Habt ihr A. und B. gesehen? Armseelige Seelen ohne Herz und ausdauernd trinkend?
Mo.: Herzlose Seelenlose?
M.: Genau
Mo.: Ewige Trunkenbolde?
M.: Ja
Mo.: Nein!
M.(sich abwendend): Danke
Mo.: Warten sie?
M.: Auf was?
Mo.: Was ist die Moral von dieser Geschichte?
M.: Dass ich die Schnauze voll habe
Mo.: Dass ist die Moral?
M.: Dass ich keine Lust mehr habe
Mo.: Dass ist unmoralisch
M.: Ich weiß und?
Mo.: Schließe dich uns an
M.: Ich habe aber keine Lust dazu
Mo.: Wir hoffen
M.: Auch ich hoffe
Mo.: Auf was?
M.: Auf ein schnelles Ende
Mo.: Dass ist unmoralisch
M.: Das habe ich mir fast gedacht
Mo.: Komme doch zu uns
M.: Vielleicht ein anderes Mal

Maldoror geht weiter, findet ein Telefon und telefoniert mit der Hölle.

M.: Ich bin`s.....wo ich bin....in der Hölle......nein, dem Himmel.....schrecklich.....die Moralisten.....schrecklich......ja, ich weiß auch.....der seltsame Mann mit dem seltsamen Namen.....ich möchte den Auftrag nicht mehr ausführen.........ich möchte in die Hölle zurück......ja, ich verstehe.....ja, ich verstehe.......nein, dass verstehe ich nicht......ob ich getrunken habe......nein......keinen Schluck......ja, ich habe getrunken......nicht viel......ja viel.......und jetzt.....der Auftrag.......ich verstehe.....kurzer Prozess.....langes Leiden........der seltsame Mann mit dem seltsamen Namen......ja ich melde mich

Maldoror beendet das Gespräch, blickt sich irritiert um, nimmt einen Schluck aus der Flasche und geht zu dem seltsamen Mann mit dem seltsamen Namen hin.

M.: Hallo
S.(sich M. zuwendend): Hallo
Maldoror blickt schreckensstarr auf S.
S.: Einen Drink?
Maldoror nickt und S. schenkt ein.
S.: Auf die Hölle
M.: Auf die Hölle
Beide trinken.
M.: Woher wissen sie?
S.: Ich bin der Schlüssel
M.: Der Schüssel?
S.: Der Schlüssel!
M.: Und?
S.: Und was?
M.: Und noch einen Drink?
Beide trinken.
M.: Auf den Himmel
S.: Auf den Himmel
M.: Und wo sind die beiden Spinner hin?
S.: Die dritte Tür rechts
M.: Die Erde?
S.: Ja
M.: Haben sie verschreckt gewirkt?
S.: Gänzlich verschreckt
M.: Mit wem haben sie im Himmel gesprochen?
S.: Mit mir und diesem seltsamen Kind
M.: Dem seltsamen Kind?
S.: Ein ewiges Kind namens Lena, mit einem gefallenen Engel auf der Erde unterwegs, mit ewiger Kraft und völlig außer Kontrolle......die wird wohl nicht mehr erwachsen werden.....und dabei ist sie fast gleich alt wie ich
M.: Wie heißt der gefallene Engel?
S.: Fania
M.: Fania und Lena
S.: Die Engelsräuber finden sie nicht
M.: Ein gefallener Engel und ein ewiges Kind
S. schenkt ein und beide trinken.
S.: Wenn du A. und B. gefunden hast, dann finde Fania für mich
M.: Ich?
S.: Bringe sie zu mir
M.: Einfach so?
S.: Wie denn sonst?
M.: Warum?
S.: Fragen, Fragen, Fragen, ich möchte endlich Antworten......keine Fragen
M.: Was?
S. schenkt ein und beide trinken.
S.: Keine Fragen über Fania
M.: Ich arbeite eigentlich....
S.: Ich weiß
M.: Kein Problem?
S.: Ich habe schon genug Probleme
M.: Dass kann ich mir gut vorstellen
S.: Alles Gute und noch was?
M.: Einen Drink?
S. schenkt ein und beide trinken.
S.: Sage ihr, wenn du sie gefunden hast, sage ihr, die Piratin Krasimira ist auf dem Meer dass zu brennen begonnen hat, ihr Schiff ist am Ende der Gezeiten vor Anker gegangen......dort wird sie sie finden......sage ihr dass
M.: Dein Wille......
S.: Und meine Vorstellungen
M.: Ich werde sie finden
S.: Vielleicht wirst du dadurch dich selbst finden

S. reicht Malador die Flasche und verängstigt geht Maldoror zur dritten Tür rechts, nimmt einen Schluck aus der Flasche und geht durch die Tür hindurch.


II.III Auf einem Brückenpfeiler

Fania (F.) Der gefallene Engel
Lena (L.) Ein ewiges Kind
Freya (Fr.) Der Geist der toten Frau von Elle
Tristan (T.) Der Anführer der Engelräuber


Fania befindet sich auf einem Brückenpfeiler in einer Großstadt und beobachtet das Kommen und Gehen unter sich.
Lena kommt zu Fania hin.
Beide beobachten das Kommen und Gehen unter ihnen.

L.: Was machst du?
F.: Nichts
L.: Was denkst du?
F.: Was machst du?
L.: Ich bin den Spinnern gefolgt.....A. und B.
F.: Den Höllen-Menschen?
L.: Meine Frage
F.: Ich denke, dass ich zu viel denke
L.: Was ist mit Tristan?
F.: Ihm fehlt die Isolde
L.: Er ist in dich verliebt?
F.: Wer ist nicht in mich verliebt?
L.: Wen liebst du?
F.: Mich selbst nicht
L.: Ich liebe dich
F.: Ich weiß
L.: Akzeptiere das Schicksal
F.: Niemals
L.: Finde dich mit dieser Geschichte ab
F.: Es ist meine Geschichte, nicht diese Geschichte

Beide beobachten das Kommen und Gehen unter sich.

L.: Die beiden Höllen-Menschen sind auf die Erde gelangt, in diese Stadt, haben sich nach einem Streit getrennt, sind jetzt aber wieder gemeinsam unterwegs
F.: Streit?
L.: Wegen einer Blondine
F.: Was ist mit der Blondine?
L.: Die hat mit der gesamten Geschichte überhaupt nichts zu tun
F.: Und?
L.: Die hat was!
F.: Und die beiden Menschen?
L.: Wollen den Liebestod sterben
F.: Und die beiden Spinner?
L.: Nun ja, wir sollten später zur Klippe
F.: Zu jener Klippe?
L.: Ja, die Ewigkeit wartet nicht

Beide beobachten das Kommen und Gehen unter sich.
Der Geist der toten Frau von Elle kommt zu den Beiden.
Lena baut sich in abwehrender Haltung vor Fania auf.

L.: Was willst du?
Fr.: Mit dem gefallenen Engel sprechen
L.: Warum?
Fr.: Warum?
L.: Ja!
Fr.: Ich benötige Hilfe
L.: Hilfe dir selbst, dann hilft dir.....
F.: Lena!
Fr.: Ich bin der Geist Freya
L.: Und?
F.: Setze dich zu uns
Freya setzt sich zu Fania.
Lena setzt sich daneben nieder.
F.: Zuviel geliebt?
Fr.: Ja
F.: Und jetzt hält diese Liebe deinen Geist gefangen
Fr.: Ich möchte dich um Hilfe bitten
F.: Was?
Fr.: Meinen Mann zu retten
F.: Ein Lebender?
Fr.: Er möchte den Liebestod sterben
L.: Menschen kann man nicht retten
F.: Zu zweit?
Fr. Zu zweit
F.: Eine Blondine?
Fr.: Was ist mit der Blondine?
L.: Die hat was
Fr.: Keine Blondine, eine schwarze Frau
F.: Bei der Klippe?
Fr.: Woher weißt du dass?
F.: Komme später zur Klippe
Fr.: Später?
F.: Ja
Fr.: Dass werde ich
L.: Zur Erlösung sich lieben
F.: Der Liebe ist der Geist
Freya geht ab.
L.: Dass wird ja immer sinnloser
F.: Menschlicher
L.: Hoffnungsloser

Lena lehnt sich an die Schulter von Fania an.
Beide beobachten das Kommen und Gehen unter sich.

Tristan kommt zu Lena und Fania hin.

L.: Tristan, der Anführer der Engelräuber
T.: Lena, das ewiges Kind
F.: Tristan
T.: Fania
F.: Später, an der Klippe
T.: Was ist an der Klippe?
F.: Die träumenden Tränen....
T.: Später?
F.: Später
T.: Und dann?
F.: Und dann.....
L.: Nein Fania!
F.: Du wirst mich begleiten
T.: So sei es

Tristan geht ab.

Lena blickt schreckensstarr zu Fania.

L.: Du willst doch nicht
F.: Sei unbesorgt
L. Die Engelräuber werden dich fangen
F.: Alles wird werden, wie das Alles werden wird
L.: Mit Sicherheit
F.: Ein Engel, der so tief gefallen ist, denn kann man nicht mehr fangen
L.: Ich möchte bei dir bleiben
F.: Dass wirst du
L.: Diese Menschenfrau?
F.: Ja, diese Menschenfrau
L.: Fania

Lena lehnt sich an die Schulter von Fania an und versucht zu schlafen.
Fania blickt mit traurigen Augen auf das Kommen und Gehen unter ihr.


III.I Bei der Klippe

Fania (F.) Ein gefallener Engel
Lena (L.) Ein ewiges Kind
Maldoror (M.) Ein verstörter, trinkender Dämon
Tristan (T.) Der Anführer der Engelräuber
A. (A.)
B. (B.)
Beatrice (Be.) Die Frau von Holger
Esra (Es.) Die Bedienstete
Elle (E.) Der Hausmeister
Freya (Fr.) Der Geist von Elles toter Frau
Die Engelsräuber (En.) Die Engelräuber
Lucia (L.) Ein ewiges Kind


Fania sitzt auf der Klippe und blickt auf das stürmische Meer hinaus.
Neben ihr steht Lena.

Maldoror erscheint, blickt sich desinteressiert um und nimmt einen Schluck aus der der Flasche.

M.:........mmmmmhhh......diese seltsamen Momente der Ruhe vor dem Sturm.......wenn ich lieben könnte, würde ich diese Momente wohl lieben.....aber nun ja

Maldoror nimmt einen großen Schluck aus der Flasche.
Maldoror blickt sich um, geht zu einer Münztelefonkabine und benutzt diese.

M.: Ich bin` s .......ja........wie es mir geht......wie sollte es mir schon gehen........die Hölle, ja.....nein......auf der Erde......A. und B........ja, ich bin hier an der Klippe.....ob ich getrunken habe......nein.....ja......nicht viel.....ja viel.....ich hole sie zurück......und was ist dann......nein......eine Entziehungskur.......nein......warum ich.......sobald ich zurück bin......ja, ich melde mich.......was.....wie das Wetter ist.......(sich umblickend)......das Wetter ist gut......ja gut......ich soll warten......(das Wetter wird schlecht)......jetzt ist es schlecht.....was soll denn dass.....geht mich nichts an.......ja

Maldodor beendet das Gespräch, nimmt einen großen Schluck aus der Flasche, verlässt die Münztelefonkabine und erblickt Fania und Lena.

Maldoror geht auf diese hinzu, als von der Seite Tristan herbeikommt und sich ihm in den Weg stellt.
Lena schließt sich Tristan an.

Maldoror blickt die die Beiden an und nimmt einen Schluck aus der Flasche.

M.: Du bist also das Kind?
L.: Ich bin kein Kind!
M.: Was bist du denn dann?
L.: Eine erwachsene Frau
M.: Ein ewiges Kind!
L.: Eine Dame!
T.: Was machst du hier Verdammter?
M.: Ein Engelräuber, der einen gefallenen Engel beschützt, man lernt wohl immer noch was dazu
T.: Und was ist mit dir?
M.: Ich trinke zuviel
T.: Und ansonsten
M.: Das Übliche....zwei Höllen-Menschen in die Hölle zurückholen.....die wollen zwei Menschenleben retten
F.: Jene
M.: Ja, dass werden wohl jene sein
T.: Sinnloses von Sinnlosen
F.: Dann brauche ich nicht einzugreifen
L.: Warten wir ab
F.: Wir frieren unsere Zeit ein
M.: Fania, ich muss dir eine Botschaft überbringen
L.: Deine Worte....überlege sie gut

Maldoror geht zur auf der Klippe sitzenden Fania hinzu als A. und B. erscheinen.
Die Zeit für die Unsterblichen friert ein.

A.: Was für ein hässlicher Ort?
B.: Jetzt retten wird die Beiden und dann.....
A.: Ich weiß.....die Blonde
B.: Verstecken wir uns hinter der Telefonkabine
A.: In Ordnung
A. und B. Verstecken sich hinter der Telefonkabine.

Beatrice und Elle kommen an die Klippe.
E.: Da sind wir dann
Be.: Ein schöner Ort
E.: Wahrlich
Be.: Ein schöner Ort zum Sterben
E.: Gehen wir zur Klippe

Hand in Hand gehen Elle und Beatrice zur Klippe hin.

E.: Also dann
Be.: Einen letzten Kuss

Beatrice küsst Elle.
A. und B. Kommen zu den Beiden hin.

A.: Entschuldigung
B.: Warum entschuldigst du dich denn?
E.: Kennst du die Beiden?
Be.: Nein
A.: Wir haben weder Mühen noch an jedlichem anderen gespart um euch beide zu retten
Be.: Wir wollen aber nicht gerettet werden!
B.: Die wollen nicht gerettet werden
A.: Wie?
E.: Wer schickt euch? Wie habt ihr von unserem Vorhaben erfahren
B.: Dass ist eine lange Geschichte
A.: Und jetzt?
Be.: Nicht einmal sterben kann ich
E.: Dass können wir immer noch
A.: Also dann lebt ihr also weiter?
Be.: Wenn ihr uns daran hindert
E.: Wir leben weiter

Beatrice blickt zu Elle und fällt in seine Arme.

Eine verschreckte Esra kommt zu den Anwesenden herbeigeeilt.

Es.: Frau Beatrice, ich habe den Brief gefunden
Be.: Gib ihn mir
Esra reicht Beatrice den Brief.
Beatrice lässt diesen die Klippe hinunterfallen.
Es.: Wer sind diese Beiden?
Be.: Spinner
E.: Wohl aus der Hölle, so wie sie aussehen
Es.: Frau Beatrice?
B.(zu Esra blickend): Die Blonde
E.: Die Blonde?
Es.: Ist alles in Ordnung mit ihnen?
Be.: Ja Esra
A.: Hast du die Blonde gesehen A.?
B.: Meine Augen lügen nie
A.: Wunderschön
B.: Habe ich doch die gesamte Zeit gesagt
Es.: Was gesagt?
A. und B. zusammen: Nichts!
Es.: Wer sind die Beiden?
A.: Ich bin A.
B.: Darf ich mich vorstellen. B.; ein heimlicher Verehrer ihrer Grazie
Es.: Was für ein hässlicher Mensch
B.: Esra!
A.: B. ist ein charmanter, liebenswerter Mann
Es.: Ungustiös
B.(zu A.) Dass ist ja eine Zicke
A.: Ja
B.: Ja
A.: Lasse uns in die Hölle zurückkehren
B.: Lasse es mich noch einmal probieren
B.: Ich habe mich in dich verliebt
Es.: Mit dir auf keinen Fall
B.: Warum?
Es.: Ich bin doch kein Schwein
A.: B.?
B.: Ja?
A.: Vergiss es
B.: Al die vergebliche Liebesmühe
A.: Alle schönen Frauen sind Zicken
B.: Wer sagt dass?
A.: Alle hässlichen Frauen und ich
B.: Und was sagen die schönen Frauen?
A.: Die sind schön und ansonsten nicht viel
B.: Lasse uns in die Hölle zurückkehren
A.: Dass ist sicherlich das Beste für uns
B.: Der Diener?
A.: ...wird uns vermissen
B.: Unsere Abwesenheit hat ihn mit Sicherheit verstört
A.: Sorgen und Kummer
B.: Wir sollten uns beeilen!

A. und B. gehen miteinander diskutierend durch die 3 Tür rechts in die Hölle über den Himmel zurück.

Be.: Komm lasse uns zurückkehren
E.: Und das Sterben?
Be.: Ich lasse mich scheiden und dann verbringen wir unser restliches Leben zusammen
E.: Du liebst mich also auch?
Be.(mit skeptischem Blick): So jemanden wie dich kann ich nur lieben

Elle und Beatrice küssen sich.

Be.: Komm Esra
Hand in Hand gehen Beatrice und Elle von Esra begleitet von der Klippe hinweg.

Langsam friert die Zeit wieder auf.
Maldoror steht bei Fania. Neben ihnen Tristan und Lena.
Alle haben das Geschehen verfolgt.

M.: Sinnloser geht es wohl kaum
L.: Die spinnen
T.: Absurdes Theater nennen dass die Menschen wohl
M.: Wohl eher surrealistisch.....aber Fania
F.: Maldoror?
M.: Der seltsame Mann mit dem seltsamen Namen schickt mich zu dir
T.: Der mit den Schlüsseln
L.: Was ist mit dem seltsamen Mann?
M.: Ich soll dir von ihm sagen, dass Krasimira auf dich wartet, ihr Schiff ist am Ende der Gezeiten im Meer, dass zu brennen begonnen hat, vor Anker gegangen........ich soll dich zu ihm bringen
T.: Niemals!
L.: Nur über meine Kindheit
F.: Seid still

Alle verharren schweigend und warten auf eine Reaktion von Fania.
Maldoror nimmt einen Schluck aus der Flasche.

Fania bricht in Tränen aus.

Tief erschrocken blicken Maldoror, Tristan und Lena zu Fania und verweilen schweigend.
schweigend.

M.: Ein gefallener Engel, der weint
T.: Ihr wisst was dass bedeutet
L. In jeder Träne ist ein brennendes Meer
T.: In jedem Augenblick ein Ende der Gezeiten
M.: Die Piratin ihres Herzens löst sich von ihr
T.: Krasimira
L.: Sie verzeiht ihm!
M.: Sie verzeiht ihm!
T.: Dem seltsamen Mann mit dem seltsamen Namen

Einige Engelräuber kommen zu den Anwesenden.

T.: Engelräuber wartet
En.: Tristan, wir nehmen Fania mit uns mit
T.: Nein, jetzt nicht

Lena, Tristan und Maldoror stellen sich den Engelräubern in den Weg.

En.: Macht Platz oder die Strafe ist euch gewiss
L.: Nein!
M.. Zieht von dannen
En.: Maldoror, der Trunkenbold
T.: Sie kommt nur freien Willens
En.: Tristan, du verrätst den seltsamen Mann und uns?
T.: Niemanden verrate ich
En.: Dass war schon die gesamte Zeit der Fall

Die Engelräuber bewegen sich zu Fania hin.
L.: Ich sage, ihr sollt gehen

Die Engelräuber blicken erschrocken zu Lena.
En.: Tristan komm!

Tristan geht zu den Engelräubern und sie gehen durch die dritte Tür rechts ab.
F.: Danke Lena
M.: Was ist denn dass für ein seltsames Kind?
L.: Ich bin....
M.:.....ich weiß
F.: Komm Lena, lasse uns gehen
L.: Zurück in den Himmel
F.: Lasse uns die Ewigkeit nicht warten lassen

Fania und Lena gehen durch die dritte Tür rechts hindurch.

Maldoror blickt den Beiden nach und schüttelt den Kopf.

Maldoror setzt sich auf die Klippe, trinkt den letzten Tropfen aus der Flasche und wird zu einem gefallenen Dämon.

Maldoror blickt traurig auf das stürmische Meer hinaus.

Ein ewiges Kind namens Lucia kommt zu der Klippe hin......

The End


Charaktere/Übersicht:
A. A.
B. B.
Der Bildschirm (Bi.) Fehlerlos
Der Dämon(und der Diener) (M.) Maldoror,ein depressiver Dämon
Holger (H.) Der Mann von Beatrice
Beatrice (B.) Die Frau von Holger
Elle (E.) Der Hausmeister
Esra (Es.) Die Bedienstete/Die Blonde
Fania (F.) Ein gefallener Engel
Tristan (T.) Der Anführer der Engelsräuber
Lena (L.) Ein ewiges Kind
Die Moralisten (Mo.) Die Moralisten
Der Mann mit dem seltsamen Namen (S.) Der Mann mit dem seltsamen Namen
Freya (Fr.) Der Geist der toten Frau von Elle
Die Engelsräuber (En.) Eine Bande von Engelsräubern
Lucia (L.) Ein ewiges Kind

sabato, marzo 31, 2007

....wie es so dahingeht....

Nachdem ich die Wohnung aus dem kaputten Fenster geworfen hatte, die Säcke unter den Augen ausgeleert, eine letzte Zigarette nach der Anderen geraucht hatte und auch ansonsten mit der Welt fertig war, schloß ich meinen Atem kurz und brachte den Müll in einigen leeren Bierdosen unter.....einigen Millionen.

Ich lief von den Anderen hinweg und die Füße begannen zu schmerzen, rieben sich am Spott der Nächsten, die wiedermal alles besser wußten, nicht nur über mich, denn auch dem gesamten Rest....das Übliche.

Nachdem die Menschen mit mir fertig waren, fast so sehr, wie ich mit ihnen, trank ich einen Schluck und noch viele, bis ich nicht mehr wusste, wann und wo, dass mit dem Wegfallen, Hinfallen und Zerfallen begonnen hatte.

Die Gedanken wurden nicht weniger und die Wut hielt mich davon ab einer Nächsten von meinem Leiden zu erzählen und es machte mir nichts mehr aus, wo der nächste Riss, wie der nächste Splitter in mir sich breit machen würde....ich machte mich dünner.

In der Hölle wurde es langsam unangenehm und der eigene Zustand ließ nichts zu wünschen übrig, dieser war irgendwie und sonst nichts....irgendwie.

Nachdem mich alle abgeschrieben hatten, von meinem Ende lang und breit erzählt hatten, dem meinem, und es zu spät für einen war, die Hoffnungen weiter in einem verwesten und als dann die Frau am nächsten Tisch ihre Brüste bewegte fiel mir überhaupt nichts mehr ein....gar nichts mehr.

So war ich wieder all dass was ich zu sein hatte und mir selbst so abgründig, dass mein Stolpern immer sinnloser wurde und der Rausch vom Vortag wacher wurde....ich nicht.

Verzweifelt klammerte ich mich am letzten Gefühl fest, der Indifferenz und riss mir die Gedanken aus dem Gesicht, färbte das verbliebene Grau schwarz und hörte der Musik zu, deren Rytmus die Augenlieder zucken ließ....tanzen.

Wenn ich weiter so machen würde, würde dass wohl nicht gut enden, könnte und hätte, das Übliche eben, und mir Selbst wollte ich gar nichts mehr versprechen, dafür hatte ich am Tag zuvor zuviel gefeiert, die eigene Unfähigkeit noch irgendwelche Aktionen zu setzen....gefeiert.

Der Geduldfaden rieß, blockiert hielt ich inne, bewegte mich nicht, stürzte in den Tag hinein und hörte nicht mehr auf zu stürzen....zu stürzen.

Der Wind hatte sich gedreht und um so schöner der Tag wurde, um so hässlicher wuchteten sich die Ungeheuer aus den Untiefen des Geistes heraus und quälten sich über die Wege die der Moment gerade einschlug...ein jeder Weg führte zu mir zurück.

venerdì, marzo 30, 2007

(zu überarbeiten)

Mit der Aufmerksamkeit fällt auch der Rest nicht mehr auf und stabil labil torkle ich durch die Realität, schüttle die Angst um mich herum, tanze mit den Gedanken von einem Mißgeschick zum Nächsten und greifen sich die Hände an den Kopf.

Nach einer Gewohnheit beginnt der Rausch zu riechen und ich grabe mich tiefer in den Tag, höher in die Nacht, versuche zu verlieren, mehr zu fühlen und zu leben, den Schlaf zu vergessen und mit den Hoffnungen mich zu erinnern.

Ich beginne mir Selbst unerträglich zu werden, versuche mit mir abzuschließen, durch mich Selbst hindurchzufallen, verzähle mich bei meinen Problemen und gehe von der Niedergeschlagenheit hinweg.

Der Frühling drängt in die Wahrnehmung und der Körper fühlt sich solchermaßen an, als würde er nicht mir gehören, denn jemanden, denn ich eigentlich nicht kennenlernen möchte.

Die Sonne läßt mich erblassen, der Tag ist heute verloren, Gegenwart verliert sich aus dem inneren Auge und die Träume erwachen in den Blicken, Berührungen und Begegnungen.

giovedì, marzo 29, 2007

Jede Ähnlichkeit mit realen Personen ist unbeabsichtigt.

Konzept: April 2006
Ausarbeitung: 27/28/29.03.07 (zu überarbeiten)

Hunger

Den verhungernden Kindern


Ein Kind verhungert auf einer Strasse.


Ein Finanzspekulant kommt herbeispaziert und bleibt irritiert vor dem Kind stehen.

Ich bin`s der Junior.
Was machst du denn hier?
Dir fehlen 10 Cent zum Überleben bis zum morgigen Tag!
Aber von mir bekommst du überhaupt nichts!
Soeben habe ich 300.000.000 Dollar verspekuliert.
Und was passiert mir?
Die Bestrafung, die ich mir zugestehe, ist, dass ich jetzt in meinen Nobel-Club gehe, in aller Ruhe eine Zigarre Ruhe geniesse und mit den Mitgliedern über die neuen Brüste der Club-Mannequinns diskutieren werde.
500.000 Dollar kostet mich die Clubmitgliedschaft im Jahr.
Soviel Geld wirst du wohl nur in 10 Jahren verdienen.
Aber nur wenn dein Hinterteil uns Herren gefallen sollte.
Aber dass wird wohl nichts werden (und lacht).
Wir werden auch darüber lachen von wem dieses Geld stammt, der Gewerkschaft eines kleinen Landes in Europa.
Von den Arbeitnehmern....unseren Sklaven.
Ach wie werden wir darüber lachen.
Das Wochenende werde ich dann mit meiner Frau in der Karibik verbringen.
Es uns gut gehen lassen.
Ich muss dass auch verarbeiten.
300.000.000!
Und nebenbei ein paar Millionen vor dem Finanzamt retten.
Denn von den Steuern verstehen sie nichts in der Karibik.
Die leben vom Mehrnutzen welchen ich segnungsreich unter das Gesindel streue.
Ich bin`s der Junior.
Der Hunger ist kommunistisch.
Dir fehlen 10 Cent zum Überleben bis zum morgigen Tag!
Aber von mir bekommst du überhaupt nichts!
300.000.000!
Alles legal.
Eigentlich sind dass ja Peanuts für mich und meine Freunde.
Was sind schon 300.000.000?
Hier gibt es soviele wie mich.
Die können sie gar nicht alle verhaften.
Ich versuche nur das Beste und versaue alles mit meinem protzigen Reichtum.
Und was machen die Behörden mit jemanden wie mir?
Sie schleimen sich kilometertief zu mir hinein, denn ich bin der Herr über das Geld.
In aller Öffentlichkeit verhungern.
Dass versaut mir meinen schönen Tag.
Eigentlich gehört jemand wie du weggesperrt.
Solch ein verhungerndes Gesindel wie du muss weg von der Straße.
Ich spende schon genug bei den Galadinnern mit den Hollywoodstars.
Tausende von Dollars spende ich.
Ich bin ein guter Mensch.
Ich will nur Schönes um mich haben!
Du versaust mir ja meinen Tag!
Ich werde mit dem Bürgermeister sprechen.
Nein, so kann es nicht sein!
Ein verhungerndes Kind hier im Finanzdistrikt?
Nein, dass geht wirklich nicht.
Wenn du nicht auf dich aufpassen kannst, dann verdienst du es zu verhungern.
Ich bin`s der Junior.
300.000.000.
Dir fehlen 10 Cent zum Überleben bis zum morgigen Tag!
Aber von mir bekommst du überhaupt nichts!


Der Finanzspekulant bespuckt das Kind und geht weiter.


Ein Rechtsanwalt spaziert herbei.

Ich werde dich verklagen!
Ich verlange dass du jetzt stirbst und nicht erst in einer Stunde.
Ich kann dich nur warnen.
Meine Zeit ist teuer.
Sehr teuer!
Entweder du stirbst jetzt oder die Angelegenheit wird teuer.
Sehr teuer.
Verhungere doch!
Ich werde dich verklagen!
Dein Ruin ist schon auf meiner Habenseite!
Ich werde dich verklagen.
Den letzten Bissen Brot aus deinem Rachen wieder herausholen.
Meine allerletzte Warnung.

Ungeduldig wartet der Rechtsanwalt.

Jetzt lebst du ja immer noch?
Dass wird teuer.
Sehr teuer!
Verhungere doch!
Ich werde dich verklagen!
Ich verlange dass du jetzt stirbst und nicht erst in einer Stunde.

Der Rechtsanwalt bespuckt das Kind und geht weiter.


Ein Minister spaziert sichtlich gut gelaunt herbei.

Vergessen zu frühstücken?
Kannst du mich nicht hören?
Egal!
Heute ist ein schöner Tag!
Ich habe jetzt einen neuen Internetauftritt mit schönen Bildern von mir.
Mein Onkel hat sie für 150.000 Euro gebastelt.
Jetzt kann er seine dreijährige Weltreise antreten.
Ein toller Internetauftritt mit fröhlichen Bildern.
Was ist denn mit dem Kind?
Hungrig?
Wohl das Frühstück vergessen?
Bei dem Stress in dieser Stadt?
Wohl vergessen?
Egal!
Ich bin gut gelaunt.
Auch mein Innenstadt-Penthouse hat alle bürokratischen Hürden unterlaufen und wird jetzt so umgebaut wie ich das wollte.
Schließlich bin ich der Minister.
Und nicht irgendeiner.
Heute bin ich gut gelaunt!
Du nicht?
Na ja, man kann es nicht allen recht machen.
Hungrig?
Wohl das Frühstück vergessen?
Das Frühstück nicht vergessen!
Sonst wird dass nie was mit dir!
Hast du mich verstanden?
Nicht vergessen zu frühstücken!

Der Minister bespuckt das Kind und geht weiter.


Eine Hotelerbin (mit ihrem Hund namens Billionaire) spaziert am Handy telefonierend herbei.

(in das Handy sprechend)
....Du wirst mir nie glauben was ich soeben hier im Finanzdistrikt entdeckt habe...nein, ein unglaublicher Skandal, glaube mir, was wirklich Schlimmes....was....rate doch....nein, nicht Sylvester Stallone, der ist längst schon out, ganz out ist der....was....nein....nicht mein Privatpilot, der ist bei seiner spiessigen Landfrau....nein, denn ficke ich nicht.....nein, ich bin morgen in Miami und übermorgen in Paris und dann in diesem seltsamen Ort....Ische oder so, keine Ahnung wo dass ist, keine Ahnung....ja, in Miami treffe ich mich mit Britney und ihrem Freund....ja, dass ist ein Idiot, aber ficken kann er...warte, ja doch, ja, wegen vorhin, ja ich bin immer noch hier....ja....ein Kind das verhungert....hier im Finanzdistrikt....ja glaube es mir doch....ein Kind, dass verhungert....ja, ich werde ein Foto mit dem Handy davon machen...ja sicher, ich sende es dir dann....so eine Schweinerei....ja wirklich, nicht einmal im Finanzdistrikt hat man vor dem Abschaum seine Ruhe....ja, ein Skandal....ja die Behörden sind wirklich faule Tiere....ja, ich werde es Britney auch sagen....nein, mit der ficke ich nicht.... ja, in dieser Stadt kann man wirklich nicht mehr leben, nein wirklich nicht....ich ziehe jetzt nach Miami um....da bleiben solche grauslichen Sachen einer wenigstens erspart...ficken läßt es sich da auch besser....ja ich schicke dir das Foto....ja, ich melde mich....

Die Hotelerbin beendet das Telefonat und fotografiert mit dem Handy das Kind.

So eine Schweinerei!

Der Hund uriniert auf das Kind.

Komm Billionaire
Komm doch endlich Billionaire!

Die Hotelerbin (deren Handy wieder zu läuten beginnt) und Billionaire gehen weiter.


Ein Verrückter kommt herbeispaziert.

Ja bin ich jetzt verrückt?
Dass ist ja eine irre Welt!
Ein verhungerndes Kind hier?
Vielleicht hätte ich doch im Irrenhaus bleiben sollen?
Vielleicht bin ich ja doch verrückt?

Der Verrückte geht verwirrt weiter.


Ein Waffenhändler spaziert herbei, erblickt das Kind, bespuckt es und geht weiter.


Ein Oligarch (O.) spaziert Hand in Hand mit einem Topmodell (T.) herbei.

O.: Wir müssen jetzt noch zu Dior und Gucci, danach sind wir in der Botschaft zum Essen eingeladen
T.: Und was ist mit Louis Vuitton und Armani?
O.: Dass geht sich zeitlich heute nicht mehr aus
T.: Warum stehen wir dann hier herum?
O.: Das Kind
T.: Welches Kind?
O.: Das Kind (und deutet auf dieses)
T.: Und?
O.: Es verhungert!
T.: Ach so und?
O.: Hier im Finanzbezirk der reichsten Stadt der Welt?
T.: Wo?
O.: Es verhungert!
T.: Und?
O.: Es stirbt!
T.: Ich verstehe dass nicht
O.: Das Kind!
T.: Welches Kind?
O.: Meine Liebe?
T.: Mein Liebster?
O.: Ach vergiss es
T.: Was soll ich vergessen?
O.(den Kopf schüttelnd): Gehen wir weiter!
T.: Was ist mit Versace und D & G?
O.: Morgen
T.: Was?
O.: Komm jetzt!

Der Oligarch und das Topmodell gehen weiter.


Ein Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienst spaziert herbei und spricht dann in ein Funkgerät.

Ich habe hier ein verhungerndes Kind?
Ja, wirklich!
Was soll ich machen?
Nichts?
Okay!
(beendet das Funkgespräch)

Was denkst du dir denn eigentlich hier zu verhungern?
In das Krankenhaus gehört so jemand wie du!
Aber sofort!
Hast du mich nicht verstanden?
Wenn du bei meiner nächsten Runde hier noch verhungerst, dann setzt es Prügel.
Die Geschäftsleute hier wollen nicht gestört werden durch ein verhungerndes Kind wie dich.
Verstanden!
Was denkst du dir denn eigentlich hier zu verhungern?
In das Krankenhaus gehört so jemand wie du!
Aber sofort!

(spricht in das Funkgerät)

Was soll ich mit dem Kind machen?
Lasse ich es weiter verhungern?
Was soll ich machen?
Ja!
Ja, ich werde es kontrollieren.

(beendet das Funkgespräch)

Was denkst du dir eigentlich hier zu verhungern?
In das Krankenhaus gehört so jemand wie du!

Der Sicherheitsdienst-Mitarbeiter bespuckt das Kind und geht weiter.


Ein Millionär spaziert herbei.

Das ist pervers!
Vollkommen pervers!
Ein verhungerndes Kind mitten unter uns!
Es geht abwärts mit der Welt!
Hast Hunger!
Ich kann das verstehen!
Ich kenne auch den Hunger.
Ich hungere auch.
Mein Magen knurrt schon nach einem exellenten fünfgängigen Gourmetmenü.
Hörst du meinen Magen knurren?
Der knurrt.
Und was ist mit dir?
Hast Hunger.
Ich kann das verstehen!
Auch ich habe Hunger.
Aber du solltest dass nicht in aller Öffentlichkeit zelebrieren.
Das irrirtiert die Menschen.
Ich werde meinen Freunden von dir erzählen müssen.
Mit deinen Eltern sprechen müssen.
Mit den Behörden sprechen müssen.
Ja, dass ist pervers.
Vollkommen pervers ist dass.
Die sollen dich anderswo verhungern lassen.
Aber doch nicht hier.
Wir sind hier ja nicht in Afrika!
Nein, dass sind wir nicht.
Aber ich verstehe dich.
Auch ich habe Hunger.
Hörst du meinen Magen knurren?
Der knurrt.
Ja, es geht abwärts mit dieser Welt.
Das ist pervers!
Vollkommen pervers!
Mein Magen knurrt.
Ich hungere auch.
Aber zuerst gehe ich ficken!
Richtig hart und nicht zu wenig!

Der Millionär bespuckt das Kind.

Entschuldigung
Der Hunger
Du verstehst dass sicherlich

Der Millionär geht weiter.


Ein Psychologe spaziert herbei.

Das Kind ist mit Sicherheit gestört.
Womöglich geisteskrank.
Verhungert vor allen Menschen hier im Finanzdistrikt.
Ein exibitionistisch veranlagtes Kind?
Solchermaßen kann es doch nicht sein.
Du musst essen!
Sonst wirst du verhungern.
Aber ich kann dir nicht helfen.
Ich kümmere mich um wichtigere Probleme.
Die wirklich wichtigen!
Verstehst du dass?

Das Kind ist mit Sicherheit gestört.
Womöglich geisteskrank.
Dieses Kind wird wohl nicht mehr normal werden.
Da kann ich nichts machen.
An deiner exibitionistischen Veranlagung musst du arbeiten.
Doch nicht hier zwischen allen Menschen verhungern.
Dass stört!
Nun ja, ein gestörtes Kind.

Schweigend blickt der Psychologe das Kind an.

Ich kümmere mich um wichtigere Probleme.
Die wirklich wichtigen!
Das Kind ist mit Sicherheit gestört.
Womöglich geisteskrank.
Du musst essen!
Sonst wirst du verhungern!

Kopfschüttelnd geht der Psychologe weiter.


Ein Tourismusvisionär spaziert herbei.

Ich spiele doch nur eine Nebenrolle,
Ich habe doch nur gefickt und ausgebeutet.
So wie alle anderen auch.
Aber meine Anwälte werden mit dem Gericht schon fertig werden.
So wie ich mit den Nutten fertig geworden bin.
Ich bin schließlich ein Unternehmer und nicht ein dreckiges, vulgäres Stück Arbeitsfleisch aus dem Osten Europas.
Ich erhebe Einspruch.
Ich bin kein Zuhälter.
Ich spiele doch nur eine Nebenrolle.
Ich habe doch nur gefickt und ausgebeutet.
So wie alle anderen auch!
Dass was ich den Frauen dort zugemutet habe, dass würde ich meinen Töchtern sofort zumuten.
Würde ich ihnen sofort und ohne Fragen zu stellen zumuten.
Meine russischen Geschäftsfreunde sind sanfte Liebhaber.
Aber leider sind meine Töchter immer in den Reichenvierteln beim Koksen, Huren und Geld verprassen.
Keine Zeit für meine sanftmütigen Kunden.
Ich spiele doch nur eine Nebenrolle.
Ich habe doch nur gefickt und ausgebeutet.
So wie alle anderen auch!
Dafür bekomme ich, wenn die Geschichte vergessen ist das Bundesverdienstkreuz.
Und was ist mit dir?
Du verhungerst.
Wenn gespart werden soll, dann bei Kindern wie dir.
Ist ja auch richtig,
Bei mir im Hotel wäre dir das nicht passiert!
Niemals!
Da hätten wir dich schon gesund gefickt!
Ich erhebe Einspruch!
Mit meinem Geld werde ich mit den Anschuldigungen schon fertig werden.
Damit werde ich schon fertig werden!
So wie ich mit den Nutten fertig geworden bin.
Einer wie ich macht sich die Hände doch nicht schmutzig, dafür gibt es ja das dreckige, vulgäre Arbeitsfleisch aus Osteuropa.
Ich spiele doch nur eine Nebenrolle.
Ich habe doch nur gefickt und ausgebeutet.
So wie alle anderen auch!

Der Tourismusvisionär bespuckt das Kind und geht weiter.


Ein Geschäftsmann kommt herbeispaziert.

Wie kaufen?
Wie verkaufen?
Du Wurm
Du zu zertretender Wurm
Du Kakerlake
Du widerliche Kakerlake
Du störst
Du schädigst
Du behinderst
Du blockierst
Wie kaufen?
Wie verkaufen?
Du Wurm
Du zu zertretender Wurm
Du Kakerlake
Du widerliche Kakerlake
Du hälst ab
Du irritierst
Du störst


Der Geschäftsmann bespuckt das Kind und geht weiter.


Ein verhungerndes Kind spaziert herbei.

Und wie hungert es sich hier
Kannst du nicht mehr sprechen
Schon zu schwach
Gut
Das Hungern macht sprachlos
Das ist gut
Wenigstens hören sie dann nicht unser Jammern
Unser Betteln
Unser Flehen
Schmerzhaft
Aber den Ort wo die letzte Kraft schwindet
Wo das Verhungern sein Ende
Wo der Mensch sein Ende findet.
Kann man sich nicht aussuchen
Nein, kannst du dir nicht
Und wie hungert es sich hier

Das verhungernde Kind beobachtet das Kind.

Kannst du nicht mehr sprechen
Schon zu schwach
Gut
Das Hungern macht sprachlos
Das ist gut
Wenigstens hören sie dann nicht unser Jammern
Unser Betteln
Unser Flehen
Schmerzhaft

Das verhungernde Kind beobachtet das Kind.

!?

Das verhungernde Kind geht weiterhungern.


Ein Waffenlobyist kommt herbeispaziert, blickt sich um und öffnet seinen Hosenverschluß.

Jetzt ist doch Regenzeit in Afrika?

Der Waffenlobyist uriniert auf das verhungernde Kind und geht weiter.


Ein Bettler kommt herbeispaziert.

Hunger?
Zu kalt?
Ich auch!
Hier, 10 Cent.
Mehr habe ich nicht!
Kaufe dir was Schönes!
Etwas zum Essen
Ich muss dann weiterarbeiten!
Die Familie!
Du verstehst?
Hunger?
Zu kalt?
Ich auch!

Der Bettler geht weiter.


Ein Arzt spaziert herbei.

Das Herz muss hart schlagen
Die Muskeln
Die Sehnen
Ich mache mir Sorgen
Ernsthafte Sorgen
Um die Gesundheit
In dieser Stadt
Um die Gesundheit
In dieser Welt
Ich mache mir SorgenMeine Krankenschwestern warten
Meine Patientinnen warten
Das Herz muss hart schlagen
Die Muskeln
Die Sehnen
Die Lunge muss ausdauernd pumpen
Die Niere muss sauber waschen
Ich mache mir Sorgen
Ernsthafte Sorgen
Um die Gesundheit
In dieser Stadt

Der Arzt bespuckt das Kind und geht weiter.


Ein verliebter Armeeoffizier spaziert herbei.

Oh, du riechst so gut!
Ich liebe den Geruch des Todes!
Ich komme soeben vom Krieg!
Nichts, nichts riecht so gut wie der Tod!
Oh, wie ich diesen Geruch liebe!
Verkohlte!
Gegrillte!
Zerfetzte Leiber!
Verdurstete!
Zu Tode gebrachte!
Verhungerte!
Solch eine Erfahrung macht einen Mann doch erst zu einen Mann!
Oh, du riechst so gut!
Ich könnte mich in dich verlieben!
Aber ich liebe nur den Tod!
Nur den Tod!
Ich komme soeben vom Krieg!
Ich war gestern noch an der Front!
Ich bin ein richtiges Frontschwein!
Zerhacke die Gesichter meiner Feindes Kinder!
Oh, du riechst so gut!
Verkohlte!
Gegrillte!
Zerfetzte Leiber!
Verdurstete!
Zu Tode gebrachte!
Verhungerte!
Ich könnte mich in dich verlieben!
Aber ich liebe nur den Tod!
Nur den Tod!
Zerhacke die Gesichter meiner Feindes Kinder!

Der verliebte Armeeoffizier riecht an dem Kind, tretet das Kind und geht weiter.


Ein Priester spaziert herbei.

Es gibt also keine Hoffnung mehr....keine mehr

Der Priester geht betend weiter.


Ein Miliardär kommt herbeispaziert.

Damit du nicht durstig wirst.

Der Miliardär bespuckt das Kind und geht weiter.


Ein Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienst (M.) spaziert mit 2 Freunden, Contractern (C1,C2) herbei.

M.: Jetzt ist dieses verrückte Kind immer noch hier beim verhungern
C1.: Ein verhungerndes Kind.....so eine Sau
C2.: Verrücktes Kind, aber warte, ich kenne doch das Kind
M.: Wie, du kennst die Sau?
C2.: Ist das nicht das Kind von vergangener Woche, wo wir beim Einsatz die Eltern hingerichtet haben?
C1.: Ja genau, die beiden Schweine die wir einfach erschossen haben
M.: Und jetzt habe ich das Problem
C1.: Das Kind ist mit Sicherheit verrückt
C2.: Gehört aber trotzdem eingesperrt
M.: Eingesperrt...hingerichtet wie die Eltern
C1.: Eigentlich schon, ja, soll ich es töten?
C2.: Wenn es doch verhungert
C1.: Ich kann es ja trotzdem töten
M.: Ich bin dafür, was wollen sie uns auch machen. Los töte es!
C2.: Es stirbt ja sowieso
C1.: Dann brauche ich es nicht zu töten
M.: Töte es! Töte es!
C2.: Das Kind ist doch verrückt vor Hunger und stirbt, ich würde es nicht töten
C1.: Dann töte ich es eben nicht....du Sau
M.: Feigling
C2.: Halt`s Maul

(M. spricht in das Funkgerät)

Hier verhungert das Kind immer noch.
Soll ich was machen?
Nichts!
Gut!
Ja, ich werde es kontrollieren

Die Drei bespucken das Kind und gehen breiten Schrittes weiter.


Ein verzweifelter Schriftsteller spaziert herbei, schüttelt resigniert den Kopf und geht gesenkten Kopfes weiter.


Ein Alkoholiker torkelt mit einer Flasche in der Tüte herbei und nimmt einen Schluck aus der Flasche.

Möchtest du einen Schluck?
Nein?
Du verhungerst ja!
Nun ja, ich saufe mich zu Tode und du hungerst dich zu Tode.
Brüder sind wir im Tode, der uns nicht mehr loslassen wird.
Nein (und nimmt einen Schluck aus der Flasche)
Möchtest keinen Schluck?
Nein?
Konzentrierst dich doch gänzlich auf das Verhungern.
Ich konzentriere mich doch gänzlich auf das Tot-Trinken.
Brüder sind wir im Leben, dass uns verlassen hat (und nimmt einen Schluck aus der Flasche)
Weißt du was dir fehlt?
Der Rausch fehlt dir!
Möchtest einen Schluck?
Nein?
Du verhungerst ja!
Nein?
Konzentrierst dich doch gänzlich auf das Verhungern.
Brüder sind wir auf dieser Welt, die uns abgeschrieben hat!

Der Alkoholiker nimmt einen Schluck aus der Flasche und torkelt weiter.


Ein Südeuropäer kommt herbeispaziert.

Willst du ficken?
Jetzt und gleich
Ficken! Ficken! Ficken!
Du willst nicht
Dann ficke dich selbst
Wenn du nicht fickst
Schwanz auf Möse
Möse auf Schwanz
Willst du
Ficken! Ficken! Ficken!
Jetzt und gleich
Du willst also nicht
Dann ficke dich selbst
Wenn du nicht fickst
wirst du verhungern

Der Südeuropäer bespuckt das Kind und geht fickend weiter.


Ein Künstler kommt herbeispaziert.

Oh, dass ist große Kunst!
Dass ist das reale Leben!
Wahrlich Poesie!
Nicht bewegen, so bleiben!
Ich hole meine Digitalkamera!
Dann wirst du berühmt!
Oh, dass ist große Kunst!
Dass ist das reale Leben!
Nicht bewegen!
Bin gleich wieder da!

Eilig geht der Künstler weiter.


Ein Kommunist kommt herbeispaziert.

Genosse Stalin
Genosse Lenin
Genosse verhungerndes Kind
Genosse
Ein Kommunist kommt nie alleine
Die proletarische Weltrevolution
Das Proletariat
Und du verrecke
Dein Opfer wird die Arbeiterklasse befreien
Die Proletarier werden sich erheben
Genosse Stalin
Genosse Lenin
Genosse verhungerndes Kind
Genosse
Und du verrecke

Der Kommunist bespuckt das Kind und geht weiter.


Eine Prostituierte kommt herbeispaziert.

Frustriert? Müde? Ausgelaugt?
Ich komme soeben vom Polizeichef
Der hat zwei Knarren in seiner Hose
Aber nur eine
Scheint zu funktionieren
So ein Moralist
Ein Schwein
Und jetzt gehe ich zum Staatsanwalt
So ein Knecht
Ein Schwein
Und dann zum Mafiaboss
So ein Sklave
Ein Schwein
Alles Schweine
Und Schweinereien
Sexuell frustriert?
Du stirbst als Jungfrau (und lacht)
Du schwule Sau!

Die Prostituierte zündet sich eine Zigarette an.

Ich komme soeben vom Polizeichef
Der hat zwei Knarren in seiner Hosen
Aber nur eine
Scheint zu funktionieren
Und jetzt zum Oberstaatsanwalt
Und dann zum Mafiaboss
Alle sind mir hörig
Alle tanzen nach meinen Launen
Alles Schweine
Alle tun was ich verlange
Und so wie die Männer auf mich spucken
So spucke ich auf dich

Die Prostituierte bespuckt das Kind.

Ausgereizt? Debil? Krank?
Du stirbst als Jungfrau (und lacht)
Du schwule Sau!
Ich komme soeben vom Polizeichef
Der hat zwei Knarren in seiner Hose
Aber nur eine
Scheint zu funktionieren
Vergiss dass nicht

Die Prostituierte geht weiter.


Ein Philosoph kommt herbeispaziert.

Wie dass Kant gesehen hätte?
Was Nietsche sich gedacht hätte?
Wo Hegel hier verblieben wäre?
Was Schopenhauer darüber geschrieben hätte?
Was Satre dazu gesagt hätte?
Wo Heidegger das Phänomen hingedeutet hätte?

Der Philosoph denkt nach.

Man kommt einsam auf diese Welt
Man lebt einsam auf dieser Welt
Man stirbt einsam auf dieser Welt
Das ist ein metaphsyisches Problem?
Ich werde einen Professor fragen?

Der Philosoph geht philosophierend weiter.


Ein Banker kommt herbeispaziert.

Du weißt ja, nur Reiche bekommen Kredite
Und deine Einstufung
CCC----
Dass bedeutet kein Geld
Also viel Glück
Mit dem Verhungern
Und dem Rest
An Arme vergeben wir nun mal keine Kredite
Dass war schon immer solchermaßen
Du weißt ja, nur Reiche bekommen Kredite
Und deine Einstufung
CCC---
Dass bedeutet nichts Gutes
Also viel Glück
Mit dem Verhungern
Und dem Rest

Der Banker blickt neben das Kind.

Da sind ja 10 Cent!

Der Banker greift sich die 10 Cent und geht weiter.


Ein Mitteleuropäer kommt herbeispaziert.

Mit jemanden wie dir
Werden wir schon fertig
So fertig
Wie wir mit den Anderen geworden sind!
Kein Nazibastard?
Kein Übermensch?
Nur ein verhungerndes Kind!
So jemanden wie dich
Sollte man an ein Kreuz nageln!
Lebendig begraben!
Aufspießen!
Geziefer wie dich! Abschaum wie dich!
Mit so jemanden wie dir
Werden wir schon fertig
So fertig
Wie wir mit den Anderen geworden sind!
Kein Nazibastard?
Kein Übermensch?
Nur ein verhungerndes Kind!
So jemanden wie dich
Sollte man an ein Kreuz nageln!
Lebendig begraben!
Aufspießen!
Geziefer wie dich! Abschaum wie dich!

Der Mitteleuropäer ejakuliert auf das Kind und geht weiter.


Der Chef eines Pharmakonzern kommt herbeispaziert.

Ja, Kranke und krank!
Krankenhaus!
Leide weiter!
Hungere weiter!
Profite!
Rendite!
Nutten!
Ja, krank und Kranke!
Krankenhaus!
Hungere weiter!

Der Chef eines Pharmakonzerns nimmt eine Medikamentenpackung aus seiner Jackentasche und wirft sie dem Kind hin.

Damit wirst du krank!
Ja, Kranke und krank!
Krankenhaus!
Leide weiter!
Hungere weiter!
Profite!
Rendite!
Nutten!
Ja, Kranke und krank!

Der Chef eines Pharmakonzerns bespuckt das Kind und geht weiter.


Ein Faschist kommt herbeispaziert.

Heil Hitler
Heil Mussolini
Heil verhungerndes Kind
Heil
Ein Faschist kommt nie alleine
Die faschistische Weltrevolution
Der Nazionalsozialismus
Und du verrecke
Dein Opfer wird die Revolution eröffnen
Zum Endsieg verhelfen
Heil Hitler
Heil Mussolini
Heil verhungerndes Kind
Heil
Und du verrecke

Der Faschist bespuckt das Kind und geht weiter.


Eine Staatsanwältin kommt herbeispaziert.

Beklagenswert?
Da werden wir wohl ein Verfahren einleiten müssen
Noch heute!
Ein beschleunigtes Verfahren!
Ohne Geschworene!
Ein Schuldspruch!
Ohne Berufung diesmal!
Anzeige auf Anzeige!
So jung und so verdorben!
Klage um Klage!
Vorbestrafen!
Einen Prozess!
Ein Verfahren einleiten!
Ein kurzes Verfahren!
Noch heute!
Beklagenswert!

Die Staatsanwältin geht anklagend weiter.


Ein Poet kommt herbeispaziert.

Ich habe ein Gedicht für dich

Der Poet nimmt ein Blatt aus einer Jackentasche.

Wenn die Wörter weinen,
die Sätze schreien,
die Geschichten verzweifeln,
würde der Hunger
der Gedanken bluten,
würde und hätte
ein Alles und das Nichts
nur eine ewige Umarmung für dich.

Wenn die Wörter weinen könnten,
würden die Flüsse
über die Ufer
der Realität,
würde der Durst
der Gefühle bluten
würde und hätte
ein Alles und das Nichts
nur eine ewige Umarmung für dich.

Wenn die Zahlen weinen könnten,
würden die Antlitze
der Satten
noch heute
und nicht morgen
verblassen,
und das Leid
der menschlichen Wüste,
in der Liebe austrocknen,
würde und hätte
ein Alles und das Nichts
nur eine ewige Umarmung für dich.

Wenn der Hunger weinen könnte,
würde das Elend
an einer Träne
zerbrechen,
würde und hätte
ein Alles und das Nichts
nur eine ewige Umarmung für dich.

Der Poet wartet auf eine Reaktion des Kindes.
Keine Reaktion vom Kind.

Ich weiß
Zu pathetisch
Wie der gesamte Text
Zu moralisch
Ich weiß
Ich werde es überarbeiten.

Der Poet geht weiterdichten.


Ein Terrorist kommt herbeispaziert.

Der Sprengstoff ist heiß!
Die Lunte brennt!
Also sterben wir einsam!
Es ist zu spät!
Es ist zu spät für dich!
Es ist zu spät für mich!
Der Sprengstoff ist heiß!
Die Lunte brennt!
Der Tod für dich!
Ist der Tod für mich!
Also sterben wir einsam!
Es ist zu spät!
Es ist zu spät für dich!
Es ist zu spät für mich!

Der Terrorist geht weiter.


Ein Immobilienmakler spaziert herbei.

Das Drecksloch!
Einer Fickrigen!
Eine die fickt!
Du Drecksmensch!
Ein Drecksloch!
Ein Schwanz wie meiner!
Du Drecksloch brauchst einen Schwanz!
Du Drecksloch!
Ich muss ein Drecksloch vermieten.
Einer Fickrigen!
Eine die fickt!
Ein Drecksloch für ein Drecksloch!
Das Drecksloch!
Du Drecksloch!
Du Drecksmensch!
Ich muss ein Drecksloch vermieten!
Einer Fickrigen!
Eine die fickt!

Der Immobilienmakler bespuckt das Kind und geht weiter.


Ein Gutmensch spaziert herbei.

Was fehlt dir denn?
Zuviel gefeiert?
Zuviel getrunken?
Zuviel gegessen?
Zuviel des Guten?
Zuviel an zu wenig?
Was fehlt dir denn?
Gefeiert?
Getrunken?
Gegessen?
Zu vergessen?
Was fehlt dir denn?
Ich helfe dir

Der Gutmensch bespuckt das Kind und geht mit einem guten Gewissen weiter.


Ein Inkassounternehmer spaziert herbei.

Arbeiten
Gehe doch arbeiten
Ordnung und Disziplin
Ein geregeltes Tageswerk
Aber nein
Lieber verhungern
Hättest du dein Hinterteil verkauft
Dann wärest du jetzt nicht hier
Aber nein
So jemand wie Du
Gehört in das Irrenhaus
Arbeiten
Gehe doch arbeiten
So wie ich
Ordnung und Disziplin
Ein geregeltes Tageswerk
Aber nein
Lieber verhungern

Der Inkassounternehmer bespuckt das Kind und geht weiter.


Ein trauriger Clown kommt herbeispaziert.

Das Lachen ist traurig geworden.
Ich weiß es und du weißt es auch.
Aber besser zu sterben, als mit Tränen zu lachen.
Das Lachen ist traurig geworden
Ich weiß es und du weißt es auch.
Aber besser zu sterben, als mit Tränen zu lachen.


Der traurige Clown setzt sich neben das Kind und beginnt zu weinen.


Das Kind ist verhungert.


Einige Sternenkinder kommen zu dem Kind und dem traurigen Clown.


Die Sternenkinder ziehen den Mantel der Sternenkinder dem verhungerten Kind um.


Das verhungerte Kind wird zu einem Sternenkind.


Das Sternenkind erwacht und geht mit den Sternenkindern hinweg.


Der traurige Clown geht weiter.


Es beginnt zu regnen.

martedì, marzo 27, 2007

Die "katholische" Raiffeisen

Versprecht doch diesen menschgewordenen Schw.... mal alles, was ihr mir schon so versprochen habt und viel Spaß dabei....

Die in Moçambique aufgetauchten Antipanzerminen DNW ATM 2000E stammen aus dem Hause Dynamit Nobel Wien, einer Tochter der Grazer Dynamit Nobel, die sich im Einflußbereich der Raiffeisengruppe befindet. Dem Produzenten ist bekannt, daß es Grauzonen zwischen Personen- und Panzerminen gibt. Janes Yearbook 92/93 hat Antipanzerminen von Dynamit Nobel Graz noch als Antipersonenminen beworben. Im Janes Yearbook von 94/95 sind dieselben Produkte als Panzerminen bezeichnet. Die verwischten Grenzen der beiden Typen wurden damals noch werbestrategisch geschickt

Die Aufhebesperre der von der Firma Dynamit Nobel produzierten AT-2 Mine ist in ihrer Funktionalität durchaus mit eine Antipersonenmine zu vergleichen. Dem Bundeswehr Munitionsmerkblatt der AT-2 Mine ist zu entnehmen, dass die AT-2 Aufhebesperre (S1 Sensor) jede Lageveränderung der Mine registriert, und dass die Mine auslöst, wenn versucht wird diese aufzunehmen oder versucht wird die Mine zu räumen.